Vorsicht ist die Mutter der Wolke
Es geht ja momentan gerade die Geschichte des ‘Reportes’ durch die Mac-Welt, dessen iCloud Account gehackt wurde und dem man dann auch den Rechner ferngelöscht hat usw.
Irgendwie meckern jetzt gleich wieder alle unisono an Apple rum.
Ich mal mich jetzt mal wieder unbeliebt (falls das überhaupt noch geht) und bekunde hiermit mein Nicht-Mitleid.
Wenn ich für mein Leben (was bei vielen von uns ja nur noch aus Einsen und Nullen auf Festplatten und Servern dieser Welt besteht) ein ganz simples Passwort verwende und dies dann auch noch für alle wichtigen Dinge den gleichen Account verwende – dann darf ich mich nicht beschweren, wenn das passiert.
Wenn ich dann bei den Sicherheitsfragen auch noch solche Antworten gebe, die auch noch genügend Affen, so sie denn lang genug auf der Tastatur rumtippen, erraten können, dann ist das, was folgt natürlich nicht prickelnd – aber doch abzusehen.
Wenn man dann natürlich solche Menschen hört, dann weiß man – warum es überhaupt erst diese ‘einfachen’ Zurücksetz-Möglichkeiten gibt.
Gehackt zu werden ist beschissen. Den Rechner gelöscht zu bekommen wahrlich auch kein Spaß. Aber vielleicht sollte man mal genauer schauen – woran das auch gelegen haben könnte.
Denn es kann jeden von uns treffen. Jeden!
Wenn ich allerdings ein unsicheres Passwort schon seit Jahren unverändert für alles wichtige nehme – dann habe ich doch heimlich drum gebettelt.
Passwörter gehören alle paar Wochen gewechselt. Punkt. 12345 oder Passwort sind keine Passwörter. Noch mal Punkt. Einen Account für alles nehmen ist – nennen wir es mal vorsichtig unklug. Hier mache ich jetzt nicht nur einen Punkt – sondern gleich einen ganzen Absatz.
Noch mal – es kann jeden von uns Treffen. Und das nicht, weil wir unseren Rechner irgendwo offen haben rumstehen lassen, sondern weil die Mutter aller Arschlöcher auch immer schwanger ist. Und weil die Datenbanken dieser Welt – in denen wir alle zu hunderten und tausenden unsere Email-Adressen brav abgelegt haben und 2/3 von uns immer auch fein das selbe Passwort verwenden, stehen die da oft auch noch in Klartext daneben.
Drum verwendet man nie das selbe Passwort. Nie! Es gibt 1Password, Wallet und noch viele ganze andere Mittel – und wenn es nur eine Textdatei irgendwo geschützt ist.
Für wichtige Dinge, wie die Bank, PayPal und alles andere, wo Geld und Kreditkarten mit im Spiel sind – verwendet man gescheite Passwörter. iCh∫ineIn©escHe1¡espaßsw0r! wäre schon mal besser als 12345.
Hier gibt es übrigens einen guten Artikel dazu.
Diese Passwörter werden alle paar Wochen gewechselt. Ohne Ausnahme. Und für solche Dinge verwendet man auch unterschiedliche Email-Adressen. Die können ja alle umgeleitet werden.
Der PayPal Account muss doch eine andere Email Adresse verwenden als mein iCloud Account oder mein Bank-Account und auch eine andere sein, als die von meinem iTunes Account.
JA – das ist unbequemer. Ich fluche auch regelmäßig. Gerade beim Eingeben der Airport und iTunes Passwörter auf dem tv. Und ja – auch das Airport-Passwort wird regelmäßig geändert.
So auch das Passwort vom Mac und vom Firmware-Passwort und dem iPhone und dem iPad und ja, die haben alle unterschiedliche. Und dennoch bin ich auch nicht vor irgendwelchen doofen Dingen gefeit, die ich entweder aus eigener Doofheit in Gang setze oder weil irgend ein kleines untergeficktes Arschloch eine neue Lücke entdeckt hat.
Drum macht man nun mal regelmäßig Aktualisierungen und verwendet für besonders wichtige Dinge Email-Adressen die man nicht zum Schreiben verwendet.
Und wenn ihr schon nur die leicht zu knackende Zahlenkombination für eure iOS Gerätschaften verwendet, dann nehmt wenigstens eine Zahl doppelt und ordnet die so an, dass man nicht direkt an den Tatschen erkennen kann, was es ist.
Und wenn man mit Kreditkarte im Netz zahlt, dann nimmt man immer, immer, immer eine Prepaid. Und bei Amazon und PayPal und all den anderen – wenn irgend möglich – auch unterschiedliche.
Unterm Strich ist das bei Weitem nicht so schlimm und aufwendig, wie das, was Mat Honan nun alles machen muss. Und auch billiger, als wenn die Kacke mal richtig am Dampfen ist.
Und es gibt auch immer noch tolle Wegwerfadressen, für die vielen Fälle, bei denen man nun wahrlich nicht seine wichtigste Mail-Adresse angeben muss (und sollte).
Passieren tun solche Dinge nämlich immer dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann.
Sollte man mir mal den Rechner aus welchen Gründen auch immer fernlöschen können – dann kostet mich das zwei Stunden meiner Zeit und nichts ist dabei verloren gegangen.
Natürlich kann (und muss) man überlegen, wie man diese Find-My-iDingens Geschichte noch besser macht. Aber anfangen muss man vor seiner eigenen Wolke Türe.
Und dann bleibt einem auch nicht viel anderes übrig, als zu beten, dass dieser Kelch an einem vorüber geht. Oder zumindest nicht solche Ausmaße annimmt …
NACHTRAG
OK, da waren die Ereignisse schneller als ich. Wie es aussieht hat hier Apple wohl doch seinen gewaltigen Teil dazu beigetragen. Hier wurden nicht mal die Sicherheitsfragen erraten – sondern irgend ein armer Depp im Apple Support hat da wohl gewaltigen Bockmist gebaut. Das da aber so viele Accounts aneinander hingen, ist nicht die Schuld des Apple-Deppen und das ändert ja auch nichts am nicht vorhandenen Backup usw.

05.08.12 | 06:08
Passwörter alle paar Wochen wechseln - grundsätzlich gebe ich dir Recht.
Aber wie viele … Sorry wenige hast du denn?
Bei mir sind’s vorsichtig geschätzt 50 aufwärts - eher deutlich mehr.
Diese und auch in allen Apps auf allen i- und Devices ebenfalls zu ändern - hm?
05.08.12 | 06:10
Zum Thema Passwörter finde ich diesen Beitrag sehr interessant:
http://www.baekdal.com/insights/password-security-usability
05.08.12 | 06:18
Das ist ein wirklich guter Artikel. ich pack den mal mit nach oben :-)
05.08.12 | 11:39
oh man ich tue wohl entschieden zu wenig für die sicherheit meine geräte und werd das mal ändern, aber jedes gerät (2 Rechner, iphone und ipad) ein eigenes kennwort und dann noch ständig wieder ändern werd ich bestimmt nicht hin bekommen :P