Gutes Design ist Stille

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Ich tue ja den lieben langen Tag eigentlich anderes, als irgendwo im Internet rumzutollen und mir Dinge anzuschauen. Zwischendurch beantworte ich mal ein paar Mails, rege mich über Reviews auf oder Klöppel ein wenig an einem App rum.

Aber hauptsächlich schaue ich mir Dinge an. Ganz viele Dinge.

Und davon gibt es dann nur zwei Sorten. Zwei Sorten von Dingen. Die sind wie Musik und Sex.

Und ich bevorzuge gute. Gute Dinge. Gute Musik. Guten Sex.

Und Dinge sind nichts anderes als Design. Oder vielleicht eher andersrum. Ohne Design, keine Dinge. Und schon gar nicht gute.

Nun gibt es ja eigentlich nichts, was nicht schon über Design gesagt wurde. Vor allem über schlechtes. Ganz viele Worte sind schon drüber verloren worden. Und die sind ja eh für den Arsch.

Natürlich wurden auch Worte über gutes Design verloren. Und die gehen alle in eine Richtung. Also meistens. Vom Weniger und Weglassen und so – ihr kennt das. Und das sind weniger Worte gewesen. Aus einem Grund. Einem guten.

Ich habe für mich einen anderen Maßstab entdeckt.
Den der Stille.
Denn gutes Design ist Stille.
Stille auf beiden Seiten.

Und das gar nicht mal im Sinne von Harmonie. Auch wenn man das (die) natürlich eh nicht voneinander trennen kann.

Aber als aller erstes ist es die Stille beim Erschaffen (Gestalten). Und dann ist es die Stille beim Abliefern.

In dem Moment, in dem man beim Abliefern – und zu aller erst liefert man nun mal Dinge bei sich selber ab – auch nur einen Ton von sich geben muss, also Worte verwenden – ist man schon wieder ein großes Stück von der Stille entfernt und somit ein großes Stück von gut.

Sollte man dabei auch noch lauter werden müssen, dann kann man das Ding auch direkt in die Tonne kloppen. Wer Worte braucht, um etwas als gut zu präsentieren, der hat sein Ziel verfehlt. Wer dabei dann auch noch die Stimme erheben muss, der hat auf ganzer Linie komplett versagt.

Kann man dagegen etwas ohne einen einzigen Laut (auch vor sich selber) präsentieren, dann stehen die Chancen verdammt hoch, dass das gestaltete Ding selber auch still ist. Stille ausstrahlt.

Dinge, die man laut präsentieren muss, die schreien einen in aller Regel auch schon an. Und zurück.

Und ich mag nicht angeschrien werden. Schon gar nicht von Dingen. Auch nicht von eigenen.

Drum messe ich mittlerweile alles, was ich abliefere, an der Stille, die sie (in mir) auslösen und mit der ich sie präsentieren kann …






Zwischenrufe

  1. Steffen

    Stille. das finde ich gut, besser noch als Harmonie. Ich habe mal eine Weile mit Demut herumsinniert, bin aber nicht weit gekommen.



  2. Marco

    Hallo Michael,
    oben auf dem Bild des Cubes fehlen aber doch Lamellen am ‘Kühlergrill’.. jedenfalls sehen meine Cubes oben anders aus.. hast Du die handwerklich entfernt, um die Stille zu steigern ;) ?
    good article!



  3. Michael

    Ich Depp hatte meinen leider verkauft :-(

    Dies ist ein ‘Stockbild’




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