Schreibtischbild-Zwangsneurose

Hinweis: Dies ist ein älterer Eintrag, den ich vom alten Tumblog rübergeholt habe – also nicht wundern.
Morgens, wobei das ganz Kosmopolit (virtueller), der ich bin, auch schon mal hier abends sein kann und in Japan halt Mitternacht. Oder doch irgendwie ganz andersrum. Auf jeden Fall nach dem Öffnen der Augen und anschließender Kaffeeverabreichung in rauen Mengen – aber immer frisch aufgeschäumter Milch (doppelt, eine Portion für den Ollerum) – also danach und vor dem Zähneputzen, da klappe ich mein Book auf und lasse die Mails und Feeds sich selber in Haufen von den Servern dieser Welt auf meinen Rechner flattern.
Und während die da so vor sich hin rödeln, da gehe ich Zähne putzen und was man morgens oder mittags oder abends oder wann auch immer noch so tut.
Und dann brauche ich erst einmal noch einen Kaffe und dann muss ich in aller Regel erst einmal den Ollerum wieder vom Schreibtisch, der Tastatur oder dem Book oder allem auf einmal befördern – denn schließlich ist er der haarige Nabel der Welt. Zumindest der in unseren Räumen.
Und dann – wenn er nicht mal wieder schneller war als meine langsame Wenigkeit
und den Stuhl vor mir in Beschlag genommen hat, dann lese ich garantiert nicht die Mails oder neusten Artikel.
Nein – ich hadere mal wieder mit dem Schreibtischbild.
Wie so oft.
Manchmal auch mehrmals am Tag.
Oder mehrmals stündlich.
An ganz schlimmen Tagen auch im Minutentakt.
Dann ist an Arbeit gar nicht zu denken. Dann muss ich die Systemeinstellungen öffnen, sämtliche vorhandenen Schreibtischbildchen durchprobieren, nur um keines zu mögen. Dann muss ich Photoshop öffnen und ein neues für den Tag klöppeln. Und wenn ich Glück habe, dann gefällt es mir.
Für einen Tag.
Oder wenigstens für ein paar Stunden.
Oder nur für ein paar Minuten.
Und wenn ich Pech habe,
dann klopp ich es schon nach Sekunden wieder in die Tonne. Und dann geht das Spiel von vorne los. Und wenn ich ganz großes Glück habe und der Monk in mir nicht komplett die Überhand gewonnen hat, dann schaffe ich es gerade noch den Standard-Schreibtischintergrund auszuwählen und mit zittriger Hand die Systemeinstellungen wieder zu schließen.
Kann natürlich gut sein, dass die Stimme in meinem Kopf so laut ist, dass dann doch wieder Photoshop anschmeißen muss oder noch einmal sämtliche 23.876 bereits geklöppelten Wallpapers durchprobieren muss.
Und sollte mir dann aus purem Glück doch eines für den Tag zusagen, dann muss ich mit großer Wahrscheinlichkeit den Bildschirm neu kalibrieren und profilieren, weil da irgend etwas mit den Farben nicht stimmt.
Ich habe da nämlich so eine kleine Farbtreue/Bildschirmfarben-Zwangsneurose …
