Kratzer auf Kosten
Ja, ich war einer der ersten, der gemeckert hat. Und auch laut und anhaltend. Kratzer in einem neuen Gerät für hunderte von Dollar (Euro) aus dem Hause Apple. Das ist nicht akzeptabel. Und das geht auch auf Kosten des Rufes.
Und wenn die Meldungen so stimmen, dann geht es vor allem mal wieder auf Kosten derer, die eh schon die Drecksarbeit für uns machen müssen.
Die armen Mädels (und paar Jungs) in einer der vielen Foxconn-Arbeitslagern.
Apple hat nicht etwa die Materialien und Bearbeitung geändert, sondern die Kontrolle verschärft (ja, auch danach habe ich ganz laut gerufen).
Das Problem in der Rechnung/Gleichung sind aber nicht die Arbeiter. Danach habe ich nicht gerufen. Also zumindest wollte ich danach nicht rufen – auch wenn ich in dem Moment natürlich nicht über solche Konsequenzen nachgedacht habe.
Wahrscheinlich ist es mal wieder an der Zeit, etwas mehr Druck – sofern überhaupt möglich – auf Apple auszuüben. Und zwar von uns, den Deppen, die wir alles kaufen.
Ein iPhone 5 hat einen Materialwert von weniger als 200 Dollar. Foxconn bekommt für den Zusammenbau ungefähr 7 Dollar pro Stück. Und die ‘menschlichen’ Kosten davon betragen einen Witz.
Die chinesischen Hände machen beim Gesamtpreis nicht mal einen Prozent aus. Und dafür, dass Apple bei den Materialen aus purem Ego Bockmist gebaut hat, jetzt nicht etwa daran etwas zu ändern, sondern den Druck auf die ‘Sklaven’ zu erhöh˙en – das kratzt noch mehr am Image, als so ein paar Kratzer am Gehäuse.
Zumindest sollte es das!

06.10.12 | 02:54
So ist das halt, wenn man keine eigenen Fertigungsstätten unterhält und sich auf Gedeih und Verderben einem oder mehreren Partnerunternehmen aussetzt.
Apple ist m.M.n. eine Ideenschmiede/Entwicklungsfirma mit nachgeschalteter Marketingmaschinerie.
Der Prozess dazwischen, Prototyping/Serienproduktion und Logistik wird ausschließlich von Partnern bewältigt, was früher oder später mit steigenden Ansprüchen und Stückzahlen zu eben diesem Bild führt.
Apple sollte evtl. seine internen Strukturen dsbzgl. überdenken und sich darum bemühen, dass “Endprodukt” auf dem gleichen Niveau wie seine Entwicklung zu befördern.
06.10.12 | 03:04
Das hatten die ja mal. Steve hat selber die Wandfarbe und Art der Lackierung der Maschinen in den eigenen Fabriken - nennen wir es mal beaufsichtigt - und dann kam ein Tim Cook …
06.10.12 | 04:07
Die Aufregerei bringt nichts. Ich wette das die dort noch ziemlich gute Arbeitsbedingungen haben, es gibt wesentlich schlimmere in China. Zudem: Apple ist IMMER sofort in der weltweiten Presse, doch viele andere Hersteller produzieren dort ebenfalls da wird weniger geschrien.
Die Bedingungen mögen Scheisse sein und daran muss man auf jeden Fall arbeiten. Heute erst auf n-tv.de gelesen wie das in dem einen oder anderen afrikanischen Staat so geht. Kinder werden dort im Bordell angeboten oder als Soldat verheizt, die würden sich über so eine Fabrik sicher freuen :-( somit eine Frage der Perspektive. Solange es Unterschiede in der Welt gibt, wird es auch sowas geben.
06.10.12 | 06:22
Ja klar. Mein Reden. Nur ein “die können froh sein, dass sie nicht für Dell, sondern nur für Apple ausgebeutet werden” macht es auch nicht wirklich besser …
06.10.12 | 11:42
Hier stimmt einfach grundsätzlich was nicht am System. Es kann einfach nicht sein, das die Leute auf der anderen Seite der Erde nicht mal so viel verdienen, das Sie sich und ihre Familie ernähren können. Irgendwo in dieser Kette von der Produktion bis zum Endkunden verdienen sich einige wenige Dumm und duselig. Diese Leute sind menschenverachtend. Ihre Gier soll Sie auffressen. Warum wird denn jeder verdammte Dollar rausgequetscht?
Übrigens nicht das wir uns falsch verstehen. Hier geht es nicht nur ums iphone 5. Es geht um die Kleidung die wir tragen, den Kaffee den wir trinken und die Konsum Güter die wir nutzen. Allen hängt dieser Makel an. Egal ob wir unser Telefon bei Apple oder im Aldi kaufen.
Es ist gut wenn die Leute sich dort erheben und das nicht mehr mitmachen. An Apple: Macht den Vorreiter. Werdet Offensiv. Werbt damit. Unsere Produkte sind human produziert. Die Mitarbeiter in unseren Produktionsstätten verdienen soviel, das Sie vernünftig leben können…. und vor allem, setzt das für euch auch um.