10 Years of Making Apps

Ich bin dein Kunde, es geht mir am Arsch vorbei

Ich bin dein Kunde. Ich habe etwas gekauft, dass du kreiert, geschrieben, gebaut, was auch immer hast.

Ich habe dafür gezahlt.

Es kümmert mich nicht, wie lange du gebraucht hast, es zu kreieren, zu schreiben, zu bauen oder was auch immer. Es ist mir auch egal, wie viel Geld du investiert hast.

Auch interessiert mich nicht, dass es für alle anderen funktioniert, dass der Code ganz toll ist, wie viel es eigentlich kosten sollte und wie viel Support du zu geben hast.

Ich will nicht hören, dass das Problem auf meiner Seite ist, das etwas komisch ist oder dass du dir nicht erklären kannst, warum es nur bei mir abstürzt.

In dem Moment, in dem ich zu einer Anleitung greifen muss, stehen die Chancen hoch, dass ich dein Produkt (App) direkt in die Tonne kloppe, darüber im App Store lästere und mein Geld zurück verlange.

Es geht mir am Arsch vorbei, wessen Schuld es ist, wie toll es mit der nächsten Aktualisierung wird und was du meinst, was ich damit tun sollte.

Das einzige, was mich eventuell interessiert ist, wie hübsch das Icon ist und wie wenig Geld ich dafür ausgegeben habe.

Dies ist mein tägliches Mantra. Ich versuche es beim Klöppeln und vor allem beim Support zu beherzigen, schließlich sind wir alle nicht davon befreit. Und auch wenn man es in meinen Apps wiederfindet, beim letzteren versage ich dann doch immer noch das ein oder andere Mal.

Aber hey, morgen ist ein neuer Tag …






Zwischenrufe

  1. Jens

    Tief durchatmen, die Augen schließen und ganz still bis zehn zählen, ohne daran zu denken!
    Danach ist es schon ein bisschen besser!
    Es gibt überall Arschlöcher und inzwischen auch viele mit einem Mac! ;-)



  2. Michael

    Na, es war gar nicht böse oder negativ gemeint. Es geht darum, sich dies immer vor Augen zu halten. Um so bessere Apps schreibt man und um so besser wird der Support.

    Oder in anderen Worten:

    Warum Boshaftigkeit unterstellen, wenn Unvermögen als Erklärung vollkommen ausreicht?

    Und dies gilt ja auch für beide Seiten …



  3. to

    Nice!
    Ich kenne da so einige User auf die das zutrifft - egal welche Plattform, welches Produkt.
    Hauptsache viel eyecandy und gratis.
    Aber ob es nur Unvermögen ist?
    Bestes Argument gegen den Wechsel auf eine mobile Plattform von einem PC-User war: “Da gibt es so viele Apps, das ist Wahnsinn. Ich bin dann ja mein restliches Leben mit Apps beschäftigt!”
    Ohhh yes…….



  4. Michael

    Hey - da ist etwas dran. Ich finde, das kann man sehr gut als Argument benutzen, kein iOS zu verwenden :-0



  5. einMichaelFan

    Du flennst auf einem hohen Ross.
    Noch höher trägst Du deine Nase.
    Bedenke, Hochmut kommt vor dem …!
    Und je höher, desto tiefer.
    Ich habe nur eine App von Dir.
    Und auch wenn es gute Software ist, kaufe ich aus Prinzip nichts mehr von Dir.
    Es findet sich nämlich in jedem Fall ein vergleichbares Äquivalent.
    Oft auch OpenSource.
    Warum?
    Als Kunde verspürt man bei Dir Gering- statt Wertschätzung.
    Die Beantwortung, an den Entwickler gerichteter Supportanfragen, gleichen mehr von Zynismus gespickten Ohrfeigen und weniger Hilfestellungen.
    Du scheinst Dich echt zu wundern, wie Deine Rufe in den „Kundenwald“ von diesem zurück schallen.
    Traurig ist!
    Von dem Herzblut in Deinen Arbeiten, bleibt nichts für deren Konsumenten.
    Weiterhin viel Erfolg.



  6. Michael

    Oh Hilfe!

    Und genau das ist das Problem. Dieser Eintrag war eine große Kritik an mir selber. Mit dem Geständnis, dass ich ab und an immer noch daran scheitere und was kommt dann hier?

    Auch kannst du mir nicht erzählen, dass meine aller ersten Antworten auf eine halbwegs freundlich geschriebene Email dem entsprechen, was du hier behauptest.

    Die allermeisten Kunden, die im übrigen großartig sind und sich zu benehmen wissen, die habe ich ganz dolle dicke viel lieb, die füttern nämlich den Ollerum. Wer sich dagegen wie ein Arsch aufführt, der wird irgend wann auch als solcher behandelt und nein, die will ich dann auch gar nicht als Kunden haben. Übrigens haben die paar wenige auch immer direkt ihr Geld zurück bekommen, von Ärschen will ich nämlich gar keines.

    Der Kunde ist nämlich nicht immer König - manchmal ist er schlicht ein Volldepp. Und diese Missverständnis, dass man mit dem Erwerb eines Programmes auch das Recht erworben hat, seine mangelnde Kinderstube oder schlechte Laune an mir auszulassen - mit dem Räume ich auf, das stimmt.

    Wer damit ein Problem hat, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Der liest dann aber auch gerne in solche Dinge, wie hier, das völlig Falsche herein.

    Dass so mancher dann auch Probleme mit meinen Antworten hat, ist verständlich …

    Das ist genau das selbe, wie mit der Ironie, dieser Fehler, dann von sich auf alle anderen zu schließen:

    http://apfelzlog.de/1798/irony-101-lesson/



  7. Stephan

    Im Marketing sagt mann das auf 100 Kunden mit Problemen ein Kunde kommt der sich auch beschwert. Den sollte mann auch ernst nehmen und alles tun damit er und die 99 anderen wieder glücklich sind.
    Leider kommen dann noch immer 3-4 Trolle pro 100 die sich über alles und jeden beschweren. In größeren Firmen hat mann dann den Support der nur den einen Kunden mit den richtigen Problem an den Produktmanager/Entwickler durch lässt. Das fehlt uns als ein mann Firma leider und eine richtig tolle Lösung wie mann damit um geht habe ich auch noch nicht gefunden…

    Wenn es dir hilft, hier ist ein Kunde der dein “Umsatz Pro 2013″ gekauft hat und damit glücklich ist. Leider denkt mann als glücklicher Kunde das das bezahlen ja reicht und mann sich nicht dafür bedanken muss. Ich würde wenn ich bei Media Markt einen router kaufe ja auch nicht den CEO von Cisco schreiben wie toll ich das Design oder das verwendete Logo finde.

    Also Kopf hoch und wenn’s hilft, unter iOS laufen noch mehr Trolle rum…



  8. Michael

    Es ging - ausnahmsweise - mal nicht um Trolle per se.

    Es ging darum, bessere Apps zu haben und besseren Support zu leisten, wenn man das - zumindest versucht - im Hinterkopf zu behalten.

    Ja, ich tippe auch mal auf drei bis vier auf hundert. Wenn man das andersherum betrachtet, dann ist das aber verdammt gut. Das bedeutet das 96 bis 97 keine Probleme haben/machen/zufrieden/großartig sind.

    Wer ein Problem hat, dem wird auch geholfen, so man ihm den helfen kann - meint, ihm ist überhaupt auch zu helfen.

    Dafür wird es auch nie eine Lösung geben. Ich schicke dann irgend wann einfach immer das Geld zurück, mit der Bemerkung dran, dass die betreffende Person bei der Nettigkeit/sozialen Kompetenz es wohl dringender gebrauchen kann. In aller Regel hat sich das Thema dann erledigt.

    Bei anderen Apps ist es weniger - aber gerade bei Umsatz ist die Anzahl derer, die sich die zeit nehmen und einem schreiben und danken oder Loben erstaunlich hoch. Könnte auch einfach an der ‘Käuferschicht’ liegen, die ähnliche Arbeit verrichten/abliefern und drum wissen :-)



  9. Moss the TeXie

    Deine Manier, Kritiker umgehend mit Ärschen gleichzusetzen, läßt tief blicken. Selbstmitleid ist keine Selbstkritik. Shut up ’n’ play your guitar, Frank.

    (Als jemand, der sein Geld und Ollerums Häppchen meistenteils im Sitzen verdienen dürfte, «Arsch» als Schimpfwort zu benutzen, ist übrigens auch ziemlich daneben.)

    (Mann, wenn ich wegen jeder komischen Rückfrage zu meinen LaTeX-Klassen und jeder unvollständigen Fehlermeldung so ein Mimimi anstimmte … ich käme ja zu gar nix mehr …)



  10. Michael

    Im Moment seid ihr die, die hier Minimi machen. Als einer. Oder zwei. Wenn ich wirklich bei jedem … dann gäbe es hier nicht einen Eintrag und kein fertiges App. Auch steht hier nirgends was von alle Ärsche, hier steht nicht mal was von jeder hunderte.

    Und noch mal, das ist genau das Problem. Es geht nicht um komische Rückfragen.

    Wenn ich Kritiker mit Ärschen gleich setzen wollte, dann würde ich deren Kommentare erst gar nicht freigeben und vor allem würde ich dann nicht die Tore öffnen, noch mehr falsch verstehen zu wollen …

    Auch hat dies hier so gar nichts mit Selbstmitleid zu tun. Was hier allerdings tief Blicken lässt ist was ganz anderes. Aber ich denke, ich habe mich für heute genug unbeliebt gemacht.

    Vielleicht morgen wieder :-)



  11. Michael

    Nachtrag: Woher willst du eigentlich wissen, dass ich nicht an einem Stehpult arbeite :-))

    Arsch per se ist auch kein Schimpfwort, ich mag Ärsche. Und damit meinte ich nicht nur das Körperteil. Aber auch Arsch sein, will erst mal gelernt sein - oder man muss ihn auch erst mal ausfüllen können …



  12. nichtdiebohne

    Also jetzt mal schön entspannen, auch wenn es sicherlich schwer fällt. Ich habe bisher gute Erfahrungen mit deinem Support gemacht und vermutet, dass man es verallgemeinern kann zu: Wer höflich fragt, bekommt eine höfliche Antwort. Unter anderem habe ich dir auch schon Extraarbeit verursacht, als ich ein Umsatzupdate zweimal gekauft habe. Ich selber habe bzw. hätte das nicht gemerkt, aber ich bekam direkt eine Mail von dir und die Rückerstattung des Preises. Dafür hier noch mal danke.
    Leider habe ich aber auch schon andere Erfahrungen gemacht. Es ist sehr ärgerlich, wenn ein beruflich genutztes Programm den Dienst verweigert und der Support einen hängen lässt. Tatsache! So was gibt es auch!

    Und weil ich mir das nicht verkneifen will, an Moss: Ich lese die deutsche LaTeX Mailingliste nicht mehr, weil ich die selbstherrliche und - wie ich fand - beleidigende Art in der ein gewisser Klassenersteller (keine Namen, nicht du) Neulingsfragen “beantwortete” nicht mehr ertragen konnte. Mir ist es dann schon lieber, wenn jemand mal ein bisschen in seinem Blog nölt, anstatt Leuten den Spass zuverleiden. (Ist klar, dass der Vergleich etwas hinkt, wegen kommerziell/privat)




Du verspürst den Drang zum Zwischenrufen? Dann gib dich ihm hin!