Das Weblog der MOApp Programm Manufaktur.
Tiraden, Kommentare, Fünde und Tipps von Michael & Ollerum.

Ich bin der Unmensch des Jahres

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Wenn wir uns verletzen und zum Beispiel eine Menge Blut aus den Extremitäten verlieren, dann ‘zentrieren’ wir uns – das heißt, der Köper versucht die lebenswichtigen Organe zu schützen und nur noch Blut zu denen zu befördern.

Und nein, der Schwanz ist nicht lebenswichtig – unser Kopf schon. Also wird zugesehen, dass unser Hirn wenigstens noch versorgt wird, so lange es geht. Dazu gehört auch, dass ‘unwichtige Signale’ nicht weiter geleitet werden; dieses ‘unter Schock’ stehen und die Schmerzen nicht mitbekommen ist damit gemeint.

So versucht uns die Natur vor Überforderung und Verzweiflung zu schützen und ja, ich weiß, jeder Medizin-Student lacht mich jetzt ob der fast sträflichen Verallgemeinerung und Reduzierung aus; im Kern stimmt es allerdings.

Mutter Natur (haben sich da eigentlich diese Gender Nazis auch schon drüber aufgeregt? Könnte ja auch eine farbige, transsexuelle SpieleenwticklerX sein?) meint es gut mit uns und hat sich eine Menge toller Dinge einfallen lassen, damit wir über- und weiter leben.

Nun muss so ein Schock ja nicht zwingend durch einen von rechts geschwungenen Baseballschläger, einen in die Menge geschmissenen Böller usw. entstehen – sondern Überforderung kann ja auch auf anderen Ebenen stattfinden; auch Leben und Realität genannt.

Und je komplexer die Situation und je weniger vorbereitet wir auf eine Situation sind, um so mehr muss uns Mutter/Vater/X Natur schützen.

Ich, zum Beispiel, erstarre selbst nach 40 Jahren Training immer noch für eine Sekunde, ob der Blödheit, Dummheit und Arschlochigkeit der Idioten dieser Welt. Und deren Mutter ist halt auch immer schwanger.

Und wenn das Gehirn überfordert ist, dann nützt es ja nichts, da noch weiter Blut und Energie hineinzupumpen; schließlich geht es ja darum, die ‘Signale’ zu unterbinden, damit wir nicht durchdrehen.

Also wird das Hirn außer Kraft gesetzt – und nein, noch mal, der Schwanz und die Eier sind vollkommen nebensächlich, egal ob man nun Christ, Jude oder Muslim ist – und unser allerwichtigstes, unser Urüberlebensorgan übernimmt und bekommt die Macht …

Unser Rückenmark. Und unser Rückenmark ist nicht im Arsch – aber ziemlich nahe dran. In der Umkehr bedeutet das, es ist auch ziemlich weit vom Hirn und vom Herz entfernt.

Je komplexer eine Situation, je überforderter wir also sind – um so weiter entfernen wir uns von unserem Hirn und von unserem Herzen.

Rückenmärker kenne kein Gut und kein Böse. Das hat sich Vater/Mutter/X Natur bewusst so ausgedacht.

Gutmensch als Unwort auszuwählen, war allerdings eine bewusste Entscheidung. Und eine erschreckende. Wenn das Hirn und das Herz schon so weit in an den Arsch gerutscht sind, dass so etwas dabei heraus kommt – dann kann man sich vorstellen, was bei den Dumpfbacken in unserem Land los ist, die noch viel weniger vorbereitet sind auf die Komplexität, die sie umgibt.

Je komplexer etwas erscheint, um so mehr schreit unserer Rückenmark nach einer einfachen Lösung, schließlich ist es einfach strukturiert. Und wenn unter (Kultur) Schock, dann haben wir alle einen Rechtsdrall in/an unserem Wirbelsäulenende.

Ja, wir alle. Du und ich auch. Leider.

Aus diesem Grund ist es so wichtig, in den Momenten, in denen wir von X/Vater/Mutter Natur mit Blut in unserem Hirn und in unserem Herzen versorgt werden, dies auch zu nutzen und daran zu arbeiten, unsere Quanten so zu setzen, dass wir weniger überfordert sind, wenn wir das nächste Mal wieder schockiert werden; unter Schock stehen.

Ich versuche in diesen Momenten ein ‘Gutmensch’ zu sein – also daran zu arbeiten, ein guter Mensch zu werden – also immer besser. Immer besser als Mensch.

Das klappt natürlich nur begrenzt und ich versage immer noch unter Schock und werde das morgen auch wieder tun.

Aber das dümmste, was ich tun kann, ist deswegen aufzugeben, es nicht weiter zu versuchen.

Mich deswegen aber direkt zum Unmenschen zu machen, das schockiert mich dann doch – denn darauf war ich nicht vorbereitet.

Mein Rückenmark möchte gerade gerne denjenigen, die dem zugestimmt haben, den Baseballschläger mit aller Wucht über die dämliche, dumme Fresse ziehen.

Genau so, wie ich den Vollspasten von Köln, die aus Dummheit niemanden einen Gefallen getan haben, gerne die Fresse polieren möchte.

Aber ich habe mich in meinen (wenigen) klareren Momenten trainiert, ein ‘guter Mensch’ zu sein – denn sonst wäre ich auch nur so ein kleines armseliges Arschloch, wie diese wandelnden und sich so dermaßen selbst entlarvenden Rückenmärker in Leipzig gestern.

Wenn wir mittlerweile schon wieder so weit sind, dass ‘gut’ sein verdammt wird, dann werden uns auch unsere Ärsche Rückenmärker auf Dauer nicht retten können …




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