Das Weblog der MOApp Programm Manufaktur.
Tiraden, Kommentare, Fünde und Tipps von Michael & Ollerum.

Xiaomi Mi Notebook Air 12.5″

Air Notebook

Nachdem das jahrelange Trainieren von Ollerum neulich endlich Früchte getragen hat und er erfolgreich mein nicht wirklich geliebtes T61 vom Tisch gefegt hat, musste eine neue Dose für das DATEV Prüfprogramm und zum Testen der CSV und Excel Dateien, die Umsatz exportiert, unter Windows her.

Die Qual der Wahl, die keine war, fiel auf das jüngst erschienene Xiaomi Mi Notebook Air in der kleinen und knuffigen 12.5″ Version; lobten es doch alle über den grünen Klee.

Da ich schon zwei Hosentaschenteleföner der Chinesen besitze - wovon ich ja selber neulich schon eines mit gelobt hatte - und ich wusste, dass die Hardware in gescheiter Qualität können und ich garantiert nicht wieder zu einem Lenovo greifen wollte, lag das Naheliegende dann doch wieder etwas weiter und dieses mal leider auch länger weg.

Der Zoll hat über eine Woche gebraucht, da hätte ich mir die Steuern auch sparen und den zweiwöchigen Umweg über England nehmen können.

Händler, wie GearBest, lassen sich die Sachen über England nach Deutschland schicken, um so den Zoll zu umgehen und wer mehr Zeit und Geduld hat als ich, der spart so eine Menge Geld.

Und auch dieses mal haben die Mädels und Jungs von MI solide Arbeit abgeliefert. Alles, was ich zu kritisieren habe, ist auf verdammt hohem Niveau; wenn man davon ausgeht, dass man sich die 12 Zoll Variante dieses Windows 10 Laptops für um die 500,- Euro ins Land holen kann.

Kritikpunkt 1: Das Kabel ist einfach zu kurz und da das Netzteil direkt an der Wand hängt und es nur in US/China Ausführung zu haben und man somit auf einen wackeligen Umstecker angewiesen ist, muss man kreativ werden.

Ohne Kabel und ohne Netztecker macht es aber eine gute Figur. Es kommt nicht an ein neues Retina MacBook mit der Akkuleistung heran; liegt aber auf Augenhöhe mit meinem aktuellen Air. In Stunden sind das knappe 12.

Je dunkler man das FULL HD Display einstellt, um so länger. Wi-Fi kann man anlassen und wer es zum Schreiben, Surfen, Twittern und Emailen verwendet, kommt locker durch den Tag.

Wo wir gerade beim Display sind. Es ist ausreichend (im positiven Sinne) hell, ich persönlich finde nur die Auflösung einfach lächerlich hoch; schließlich bin ich schon alt. Da das mit dem Anpassen unter Windows allerdings erstaunlich gut klappt, habe ich es jetzt auf 175%, anstatt den vom System automatisch vorgeschlagenen 125%, gestellt und dann macht es auch wieder Spaß. Manchen Programmen muss man dann mit den Kompatibilitätseinstellungen ein wenig die Unschärfe nehmen.

Das Display ist von der Farbtreue- und Qualität auch auf Augenhöhe mit einem aktuellen MacBook Air, es kann auch ungefähr 70% des sRGB Raumes darstellen, die Graubalance ist sogar etwas besser und dank der hohen Auflösung ist es viel unpixeliger. Es kommt allerdings nicht an die Qualität eines Retina MacBooks heran; dessen Bildschirm ist doch schon in einer anderen Klasse.

Air Notebook

Auch wenn MI was von laminiert erzählt, es spiegelt ein wenig mehr als ein MacBook. Für den Preis habe ich allerdings noch kein einziges Book gesehen, das mit so einem guten Display daherkommt.

Das ganze Teil ist eh insgesamt einfach gut. Die Tasten sind jetzt etwas weicher als bei einem MacBook, nach etwas Rumgetippe macht es aber direkt Spaß damit zu schreiben.

Das Keyboard ist beleuchtet, allerdings nur in einer Stufe, was in ganz dunklen Umgebungen dann fast schon wieder kontraproduktiv werden kann. Wenn man aber bedenkt, dass ein beleuchtetes Keyboard mit auch nur zwei popligen Stufen bei Lenovo stellenweise so viel kostet, wie ein Drittel dieses ganzen Laptops, dann kann ich das nicht als wirklichen Kritikpunkt zählen.

Air Notebook

Was ich komplett nicht verstehe und meinen Kritikpunkt 2 darstellt, ist die Entscheidung, das gute Teil nicht kompatibel mit den eigenen Power Banks zu machen. Ich kann mein Retina MacBook mit einer MI PowerBank fast zwei mal aufladen, das eigene MI Notebook ist auf das blöde Netzteil angewiesen. Der Sinn von USB-C war da doch eigentlich etwas anderes. Ich hoffe, die liefern da noch etwas nach oder beheben es sogar nur mit einem BIOS Update.

Apropos BIOS. Es ist nichts gesperrt. Ubunto 16 funktioniert direkt, Linux Mint zickte beim Wi-Fi ein wenig, ließ sich aber überreden. Es sind nur Dinge von Intel und Co verbaut, die direkt funktionieren; auch das Trackpad.

Und der Hammer ist, das Teil kommt mit einem freien Steckplatz für eine NVMe M.2 SSD, wie zum Beispiel die Samsung 950. Somit könnte man sich für weniger als 200,- Euro eine zweite SSD mit 512 GB einbauen.

Es ist sogar ein weiteres Internet-Unterwegs-Modul vorgesehen, ich habe nur noch keine genauen Angaben gefunden, was genau passen soll.

Man kann es mit einer chinesischen Windows 10 Variante ohne Zusatzkosten bestellen und es gibt Anleitungenim Netz, wie man bei der Sprachpakte nachladen oder die Nummer extrahieren kann, um Windows erneut zu installieren. MI hat eine Kooperation mit Windows, somit sollte man damit sogar auf der sicheren Seite sein.

Apropos sicher: Auch wenn alle, die sich auch eines gekauft haben, bestätigen, dass MI das Windows absolut sauber ausliefert - ich gehe bei so etwas immer auf Nummer sicher und habe Windows komplett neu installiert und eine frische gekaufte Nummer verwendet. Wer eine Win7 Nummer zu Hand hat, benutzt einfach diese.

Die passenden Treiber gibt es bei MI direkt zu laden und da MI eigentlich nur bekannte, millionenfach verwendete Dinge verbaut hat, sehe ich da auch keine großen Probleme für die Zukunft.

Allerdings muss man wissen was man tut und sich selber helfen können, es sei denn man kann Chinesisch. Das wäre auch mein dritter und letzer Kritikpunkt - bzw. eher Hinweis bis Warnung: Ihr könnt mit dem Laptop für Hilfe nicht mal eben um die Ecke gehen und ihr könnt auch niemanden anrufen und die Online-Resourcen sind dürftig bis schlicht nicht vorhanden.

Als günstigen Laptop für die Eltern eignet er sich also nicht. Als sehr gutes mobiles Büro für all jene, die Windows bevorzugen oder drauf angewiesen sind und denen eine US Tastatur nichts ausmacht, kann ich das gute Stück nur empfehlen.

Ihr holt euch ein hochwertiges, schlichtes, lange durchaltendes Book für unterwegs ins Haus oder Büro. Ich finde es sogar noch etwas schöner als mein MacBook und die Ecken sind nicht so scharf.

Natürlich muss es auch noch den Test der Zeit bestehen und ein paar Rucksacktransporte mitgemacht haben - was nützt einem ein schön anzusehendes Book, wenn es nicht mitgenommen werden will …

Xiaomi Mi Notebook Air 12.5″ Website




★★★★★