Hilfe, mein Navi weiß, wo ich bin!

Und noch viel schlimmer, es weiß auch wo ich gestern war und wo ich am liebsten hinfahre und am allerschlimmsten: das Teil weiß sogar, wo mein Haus steht. Laut SPON und Co muss also Navigon jetzt alle Geräte zurück nehmen und Schadensersatz zahlen.
Ist Sicherheit wichtig?
Darüber brauchen wir wohl erst gar nicht diskutieren.
Sollte jeder wissen können, wo ich gerade bin und oder war?
Nein natürlich nicht.
Aber - ja ich weiß, es gibt immer ein Aber. Und hier kommt es auch schon:
Aber wir haben 2011 und nichts geht mehr ohne Navi, Smartphone und IP und dem neue heilige Gral der Marktwirtschaft - den Location Based Servics (gibt es dafür ein deutsches Wort?). Werbung maßgescheidert an Ort und Stelle. Und diese LBSesse machen das Leben ja auch so angenehm leicht. Ortsbestimmung ohne GPS, geparktes Auto, nächstes Starbucks oder die zukünftige Lebensabschnittsgefährtin ohne Eigenhirnaktivität und Aufwand finden.
Ein Click, ein App und schon am Ziel. Herrlich so ein Smartphone (ja bewusst Smartphone, ist ja nicht nur ein Problem des iPhones) - was haben wir es doch so lieb. Und was denkt ihr, kommen den diese Ziele und Annehmlichkeiten her? Von 1-Euro-Jobbern, die durch die Gegend rennen und alles aufschreiben müssen?
Von uns kommen diese Daten. Und die verdoppeln sich pro Tag. Wer A sagt, muss auch B sagen. Das war schon immer so und das wird auch immer so sein. Und zwischen A und B, da ist nichts. Und eine Verschlüsselung der Daten ist auch nur Augenwischerei (wenn natürlich eigentlich eine Selbstverständlichkeit).
Diskutieren? Immer!
Kritisieren? Ja bitte - aber bitte konstruktiv.
Können wir bitte nur bei all diesen Diskussionen endlich mal die Kirche im Dorf lassen?
Egal ob Dropbox oder iPhone. Sicherheit ist wichtig. Sind die Anbieter solcher Service in der Pflicht? Natürlich. Aber kann ich Dinge, die ich nicht in der Öffentlichkeit wissen will auf einen fremden Server schaufeln und mich dann wundern, wenn sie durch irgendwelchen dummen Zufälle dann doch genau dort landen?
Sorry - aber das kann ich nicht. Punkt. Jede Mail die auf der Welt verschickt wird, wird von den Amis ‘mitgelesen’ - also könnte theoretisch und es werden vermutlich mehr ‘geöffnet’ - als wir uns das in unseren schlimmsten Träumen vorstellen können. Kein ‘legaler’ Service dieser Welt, der es einem erlaubt Daten in die Clod abzulegen, hat nicht eine direkte Leistung zu den Menschen mit den Schlapphüten. Und ja, auch bei uns. Egal ob Strato, eBay, PayPal oder eure Hausbank. Wenn ein Schlapphut anfragt, dann kann er sehen, was er will.
Mails, Online-Bezahl-Systeme und die ominöse Cloud sind der feuchte Traum einer jeden Schlapphutvereinigung. Wir in Deutschland können nur froh sein, dass die Software um uns zu überwachen, vermutlich von so fähigen Firmen geschrieben wird, die unter anderem auch den Polizeifunk und die LKW-Maut schon so erstklassig umgesetzt haben.
Was ich eigentlich nur sagen will - wer heute sich bewegt und kommuniziert, der wird erfasst und gespeichert. Punkt. Wer etwas im Internet macht und dort speichert, muss wissen, dass diese Daten per se nicht ‘sicher’ sein können. Noch einmal Punkt.
Dies soll keine Rechtfertigung sein, dass Firmen schlampen und Bockmist bauen - aber verdammt noch mal - können wir jetzt endlich mal in alle Köppe reinbekommen, dass immer noch ein jeder für seine eigenen Daten verantwortlich ist und nicht irgendwelche vermeintlich bösen Firmen.
Wer sein Smartphone anschaltet und benutzt, weiß was er tut und worauf er sich einlässt. Selbiges gilt für die Cloud. Und wer es nicht besser weiß oder wissen will, der hat kein Grund unnachgedacht nachzumeckern. Zum dritten mal Punkt.
Dazu gehört allerdings auch, dass wir den Firmen, denen wir im wahrsten Sinne des Wortes unser (digitales) Leben anvertrauen, auf die Finger schauen und notfalls klopfen. Aber bitte nur, solange wir die Kirche noch hinter uns sehen können …
Hinweis: Dieser Beitrag wurde von Tumblr rübergeholt und somit sind leider alle Kommentare im digitalen Nirvana gelandet - sorry. Wer möchte, findet aber alles noch hier.

24.07.11 | 10:58
[…] War es nicht so, dass man sein Backup verschlüsseln kann und war es nicht so das man auch sein iPhone mittels Code sperren kann und sogar dank MobileMe löschen oder sperren kann sollte man es verloren haben? Klar nicht alles davon hat mit dieser Sache etwas zu tun, aber mal ganz ehrlich gesagt bitte macht nicht jedes mögliche Thema so überdimensional groß und biete lasst auch mal die Kirche im Dorf. Bezüglich Kirche im Dorf lassen empfehle ich übrigens diesen Artikel. […]