Das Problem ist der Benutzer

Diskussionen sind wichtig. Sie sind der Motor der Verbesserungen. Also – wenn sie aus Ideen entstehen und am Ende tatsächlich auch eine Aktion folgt. Sonst sind sie für den Arsch.

Doof ist allerdings auch, wenn man mit falschen Grundlagen anfängt zu diskutieren. oder einfach die wichtigsten Dinge übersieht.

Etwas Gutes hatte dieses Path Debakel ja.

Es wurde und wird mal wieder diskutiert. Über naive bis böse Entwickler und Apple und Adressbücher und Smartphones und überhaupt.

Nur wie immer (oder fast immer) wurde der wichtigste Bestandteil in diesen Diskussionen übersehen. Ob bewusst oder wegen falscher Brillen – da bin ich mir nicht so ganz sicher.

Aber das Problem – wie immer – ist der Benutzer.

Eifrig habe alle Entwickler ihre Apps geändert und jetzt ploppen überall doppelt so viele Warnhinweise auf. iOS als das neue Windows. Und was da passiert ist, das kennen wir ja alle.

Es wird grundsätzlich alles abgenickt, weil diese ollen Alerts einfach nur nerven. Und weil man sie eh nicht liest, weil man sie ja eh nicht versteht. Oder verstehen will.

Jetzt wird also diskutiert, wie man das bei iOS vermeiden kann.

Wie gesagt, Diskussionen sind gut und wichtig. Nur wird bei dieser Diskussion wieder mal eines vergessen. Der Benutzer.

Und der Benutzter ist per se doof.

Ach kommt schon – wischt euch den Schaum vorm Mund wieder weg. Hat nichts mit Arroganz zu tun. Wenn ich mich in mein Auto setzte und es springt nicht an oder macht komische Geräusche, dann bin ich aufgeschmissen und rufe 0800-AUDI an.

Denn als Benutzer meines Autos bin ich doof. Punkt.

Und wenn man Auto mir jetzt zur Begrüßung auch erst mal komische Alerts einblendet, bevor ich den Schlüssel umdrehen oder den Knopf drücken kann – dann würde ich die auch wegdrücken – schließlich will ich fahren.

Also noch mal, der Benutzer ist per se doof. Benutzer von iPhönern noch mal etwas mehr. Denn das ist ja genau die Zielgruppe. Die können einen verdreckten Vergaser am Geräusch erkennen und tolle Bilder malen – aber wenn so ein Alert auftaucht und was von Location faselt, dann wir es weggeklickt. Erst recht, wenn ab sofort jedes App erst einmal für alles die Erlaubnis einfordert.

Die einfachste Lösung wäre also schlicht und einfach – allen wieder ein feines NOKIA 1100 in die Hand zu drücken. Problem gelöst.

Da dies wohl nicht funktionieren dürfte – wäre mein Vorschlag erst einmal alles zu verbieten. Keine Locations und kein Adressbuch-Zugriff. Es sei denn der Benutzter erlaubt es explizit. Von sich aus. Denn dann stehen die Chancen etwas größer, dass er wusste was er tut.

Ich als Benutzer muss also erst einmal die Einstellungen öffnen und bewusst die Dinge erlauben. Wie bei den Notifications für alle auf einmal oder einzeln.

Natürlich gibt es dann immer noch den einen oder anderen, dem man eh nicht mehr helfen kann. Aber der hat dann eh auch die tollsten Fotos von sich mit dem Esel seiner letzten Zeche in Mexiko bei Facebook eingestellt und den Link auch seinem Chef zukommen lassen.

Leider gibt es da ja nur so ein kleines Problem.

Keine Sau kann aufgeklärte und intelligente Nutzer gebrauchen. Wir brauchen Dooflinge. Die kaufen einfach alles und klicken alles an und weg und sind so herrlich beeinflussbar.

Und da schließt sich dann auch schon der Kreis.

Das Problem ist der Benutzter.
Denn der ist doof. Per se. Und gezüchtet






Zwischenrufe

  1. Piet

    Ist eben auch immer die Frage, will man ein Gerät, wo man mit entsprechendem Fachwissen alles machen kann, was aber eben ein Bischen Einsatz und lernen fordert, oder lieber etwas was auf den DAU abgestimmt ist? Je nachdem, ob es sich um meine Mikrowelle oder mein OS handelt (vom Auto ganz zu schweigen) hab ich da verschiedene Erwartungen.



  2. Ludwig GE

    Ich will einfach in den Grundeinstellungen für mein iPhön (Mac, iPad etc.) einstellen können, ob ich Zugriffe auf meine Daten (Standort, Adressen, Kalender, Notizen, Aufgaben etc.) grundsätzlich erlauben will oder nicht. … und dann kann mir jede App, die meint es zu meinem Nutzen verwenden zu können, es in ihren Einstellungen ermöglichen, die jeweils notwendigen Ausnahmen zu setzen. Punktum! Alles andere ist Beschiss am User, sei er Dau oder Nerd!
    Da sind dann keine Pup-ups a la Windows notwendig, da nutzt sich nichts ab, da wird einfach jedem User ermöglicht, selbständig zu entscheiden und zwar eben ohne diese plötzlich aufpoppenden Fragen, die man im Moment gar nicht richtig einschätzen kann, weil man ja gerade wieder “in Eile” ist.



  3. Ludwig GE

    Nachtrag
    In den o. a. Fällen ist auf keinen Fall der Benutze die Schwachstelle, so oft er es ansonsten auch sein mag. Die Schwachstelle ist die Datengeilheit derer, die unsere Daten sammeln und manchmal damit auch (vorsichtig formuliert) Unsinn treiben oder die unsere Daten dann nicht ausreichend vor “Datendieben” schützen.
    Punktum, liebe Entwickler! Schreibt Euch das hinter die Ohren! - Es geht auch hier um die Unantastbarkeit der Person, wie sie Bestandteil in den meisten demokratischen Verfassungen (Grundgesetzen) und in der entsprechenden UNO-Charta ist! Haltet Euch daran!




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