10 Years of Making Apps

Alles aus der Kommentar Schublade



Ungelegte Eier

So, da zahlen (oder wollen) also Facebook, Apple und wahrscheinlich noch so einige andere Unsummen an weibliche Angestellte, damit die sich ihre Eier abzapfen und einfrieren lassen, damit sie erst einmal Karriere machen.

Mal abgesehen von dem Kleingedruckten – schließlich würde es mich nicht wundern, wenn die Frage nach dem Eigentum da wahrscheinlich sehr kreativ von 700 Dollar/Stunde Anwälten gelöst wurde – bleibt da auch die Frage, was passiert wenn man kündigt, gefeuert wird, die Karriere doch nicht so verläuft, wie erhofft oder, was noch viel wahrscheinlicher ist, mit 35 oder 40 zwar nur noch drei Etagen Männer über sich hat aber ansonsten sich kein männliches Wesen mehr für einen und die Eier interessiert.

Intelligente, erfolgreiche Frauen im ‘bestimmten’ Alter werden von den meisten Partneragenturen nur noch in die ‘unvermittelbar’ Schublade gesteckt.

Ja, ich bin keine Frau. Ja, ich mache mir nichts aus Karrieren und wenn ich ticke, dann vollkommen anders, das ist alles schon klar. Aber muss es euch Frauen bei solchen Nachrichten nicht auch etwas anders werden?

Für das Geld, das für diesen Schwachsinn dann von Facebook und Co im Jahr ausgeben wird, da könnte man das aber doch nun wirklich anders und familien/frauenfreundlicher lösen. Die meisten Frauen haben doch nun wahrlich kein Problem damit, Familie und Karriere unter einen Hut bringen zu wollen. Allerdings werden ihnen dabei oft nur Steine in den Weg gelegt.

Gescheite (Betriebs) Kindergärten mit sinnvollen und flexiblen Zeiten, etwas mehr Flexibilität bei der Arbeitsplanung und weniger Spießrutenlaufen, wenn die Kinder mal krank sind und all diese anderen sich aufsummierenden Nervigkeiten, mit den sich die meisten berufstätigen Mütter so täglich rumschlagen müssen, sind wirklich nicht mit flüssigem Stickstoff aufwiegbar; dürften aber nun auch nicht mehr kosten, als diese zwar gelegten aber nicht genutzten Eier.

Aber so ist das, wenn nicht nur die Produkte aus Einsen, Nullen und Algorithmen bestehen, sondern der Gesunde Menschenverstand darunter begraben wird.

Da kann man nur hoffen, dass es noch ein paar Frauen und Firmen mit Resthirn sich lieber andere Länder und Firmen zum Vorbild nehmen, als dieses Schwachsinn auch noch kopieren zu müssen.

Aber was weiß ich Mann schon. Außer, dass ich Kinder einer vermeintlichen Karriere jederzeit vorziehen würde. Und das, wenn ich versuchen würde oder müsste, beides unter einen Hut zu bringen, dies garantiert nicht bei Apple, Facebook und Co tun würde.

Bei der Kirche allerdings auch nicht …

Der ungeliebte Sinn der Hässlichkeit

LogEngine Image

Heute habe ich (fast) den ganzen Tag Buttons hin- und hergeschoben, nur um dann doch wieder von Vorne anzufangen.

Mit iOS 7 hat es angefangen und jetzt mit Mac OS 10.10 geht es weiter: Oberflächen werden einfacher, Ränder und Beschriftungen fallen weg. Das sieht dann alles sehr nach Braun (nein, nicht die Farbe) aus und mir gefällt das ja auch.

Allerdings hat das einen gewaltigen Nachteil: Man muss wissen, was man tut. Und seien wir mal ehrlich, vor dem Computer wissen das die Wenigsten. Drum habe ich dann, nachdem ich Ewigkeiten an der ‘neuen’ Menüleiste gesessen hatte, die ein eigenes geschriebenes Fenster mit passenden Ampelknöpfen benötigte und noch ganz viele andere Dinge, die immer ewig dauern, widerwillig die Rolle Rückwärts vollzogen.

Es gibt dann doch wieder eine klassische Menüleiste, die es gerade Neulingen viel, viel einfacher macht.

Meine Eigenkreation wäre viel schlichter gewesen, hätte frischer und edler ausgesehen und hätte dann doch ganz viele verwirrt und abgeschreckt.

Manchmal ist hässlicher dann leider doch die bessere und sinnigere Lösung …

Schlechtlaunige Schlaganfallkandidaten in leberwurstfarbenen Windjacken

Nein, so sehr ich es mir auch wünsche, diese Worte und somit diese Überschrift stammen leider nicht von mir, sie stammen von @hajoschumacher.

Allerdings treffen sie leider den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Und das mit dem Leider meine ich ernst.

Bei aller Lästerei und Fassungslosigkeit über die AFD und deren Wähler vergessen wir nämlich so gerne eine Menge Dinge. Angefangen mit der Tatsache, dass es so verdammt viele schlechtlaunige Schlaganfallkandidaten in leberwurstfarbenen Windjacken in unserem Land gibt.

Die tummeln sich halt nur nicht in unserer Timeline.

Also nicht offiziell. Offiziell gibt es in meine Timeline nur hübsche, intelligente, wohlerzogene und weltoffene Menschen mit Geschmack und vor allem gänzlich ohne Vorurteile.

Da tummelt sich keiner, der die Straßenseite wechselt, wenn ihm drei bis sieben jugendliche Türken, Russen oder Araber entgegenkommen. Nein, in meiner Timeline gibt es nur Menschen, denen andere Menschen mit Migrationshintergrund entgegen kommen und denen man freundlich zuwinkt und mit denen man über einen spontanen Tee Lebensgeschichten austauscht und wunderbare Selfies schießt, so dass jede Apple Keynote Präsentation ein Dreck dagegen ist.

In meiner Timeline gibt es auch keine Menschen, die sich zwei küssende Männer befremdlich finden und in meiner Timeline jubeln alle über den neusten Schwachsinn, den die EU mal wieder ausgeheckt hat, um allen Selbständigen und Handwerkern das Leben noch schwerer, komplizierter und unnötig teurer zu machen.

In meiner Timeline fühlen sich immer alle verstanden und mit ihren Sorgen ernst genommen, auch wenn sie in einem gottverlassenem Dorf an der polnischen Grenze wohnen, in dem Internet immer noch ein Fremdwort ist, die wöchentlichen Einbrüche und Diebstähle dafür um so präsenter und realer sind.

Was, wie die jetzt ohne Internet in meiner Timeline auftauchen, wollt ihr wissen?

Genau so zauberhaft, wie all die anderen darin, die sich niemals nicht darüber aufgeregt haben, dass sie acht bis zwölf Stunden am Tag hart arbeiten und trotzdem nicht über die Runden kommen und augenscheinlich und wirklich gefühlt weniger zum Leben haben als so manch angeblicher Hartz4ler.

Denn in meiner Timeline sind alle politisch korrekt und haben alle ein Partei, bei der sie sich wohl, verstanden, aufgehoben und beheimatet fühlen, gell?

Ich bin auch immer wieder aufs Neue erstaunt, wie hässlich, ignorant, eingebildet, verängstigt, starrköpfig und labil die Menschen sind, wenn ich mich dann doch mal vor die Türe begebe und ironisch von der Ferne betrachte.

Und die Zahl der leberwurstfarbenen Windjacken ist um längen höher als diese Unmengen an selbstgehäkelten und gestrickten, fair getradeten und nachhaltig angebauten Röcke, Jacken und Hosen, die einem jeder zweite Laden am Prenzlauer Berg feilbietet.

Selbst am Prenzlberg rennt keiner mit diesen Röcken rum.

Aber in meiner Timeline, da hat ein fast jeder jeden Tag nur Klamotten von Hess Natur an und neidet niemandem auch nur irgendwas.

Schließlich sind wir ja alle ganz anders und verstehen drum die Welt nicht mehr, wenn die Welt ihr unphotoshopisiertes Gesicht an der Wahlurne zeigt.

Und dann machen wir gut ausgebildeten, freundlichen, politisch korrekten und so verständnisvollen Menschen, was wir am Besten können.

Ja, ne, eben nicht. Wir fangen nicht an auf die Windjacken zuzugehen und nachzufragen, tolerant und weltoffen wie unsere Bio das über uns so eloquent behauptet.

Ja, ne, auch nicht. Wir fangen nicht an uns selber zu hinterfragen, woran es denn liegen könnte, auch wenn unsere Blogeinträge und Kommentare dies nur allzu gerne vermuten ließen.

Nein, wir machen das, was wir am Besten können. Wir werden ironisch und sarkastisch und machen uns lustig über all die vielen (so erstaunlich und so verdammt vielen) Menschen, die nicht so weltoffen und verständnisvoll sind wie wir …

Ein schnelleres Pferd

Ich habe mir ja irgendwann mal angewöhnt, nur zu Dingen etwas zu sagen, von denen ich auch (ein klein wenig) Ahnung habe.

Und wenn man dann noch über Gegenstände redet, dann sollte man die auch wenigstens kurz mal in der Hand gehabt haben.

iPhöner sind da ein wunderbares Beispiel.

Es ist nämlich ein Einfaches direkt mal über die Bildschirmgröße zu meckern, wenn man das Teil nur von einer nicht funktionierenden Keynote und einer hochgestylten Webseite kennt.

Ich, zum Beispiel, mag das iPhone 5 so gar nicht. Und das nicht nur, weil es eine wirklich beschissene Größe im Vergleich zum iPhone 4 hat. Nein, es liegt an der Form und an den Ecken an sich.

Mein Nexus 4 Testgerät für Firefox OS und Ubuntu Phone etc. dagegen mag ich gerne. Das hat nämlich eine gute Form und liegt gut in der Hand.

Und das, obwohl es eigentlich viel zu groß ist; der Bildschirm ist genau so groß, wie beim iPhone 6 ohne Plus.

Größe ist eben nicht alles. Kleine übrigens auch nicht. Das iPhone 4 hat(te) eine gute Bildschirmgröße. Im Vergleich zum Vorgänger – oder gar erst zum Ur-iPhone – liegt es allerdings auch eher mittelprächtig in der Hand.

Drum werde ich mich hüten, zum neuen iPhone irgend etwas zu sagen, bevor ich es in der Hand hatte, denn es kann gut sein, dass es zwar lächerlich groß aber dennoch angenehm zu benutzen und transportieren sein kann.

Wozu ich allerdings etwas schon vor dem 19. sagen kann, ist diese ganze unnütze Religion mit diesen Größen und Features an sich.

Wie alle Jahr wieder, wissen und wussten es ja auch dieses mal alle besser; hinterher erst recht. Und das bessere iPhone ist ja sowieso irgendetwas mit Android und von Samsung oder HTC oder dann doch mit Lumina und Windows Phone und überhaupt.

Ich kann den Scheiß nicht mehr hören und mir geht es damit ja (zum Glück) nicht alleine so. Und das hat einen guten Grund. Ein iPhone ist nichts Neues mehr. Es ist innerhalb kürzester Zeit zum Gebrauchs- und Alltagsgegenstand geworden.

Es kräht kein Hahn mehr danach, was für ein Telefon du mit dabei hast. Mit Smartphones ist keine Blumentopf mehr zu gewinnen. Und dies bedeutet, dass es nicht mehr um Innovationen und Preise und sonstige Schwanzlängenvergleiche mehr geht; mehr gehen muss.

Was wir jetzt alle zwei Jahre präsentiert bekommen ist keine Revolution mehr. Alles was wir noch erwarten können ist ein schnelleres Pferd, damit wir bei Laune bleiben und die Kreditkarten zücken.

Und wenn die Häwelmänner diese Welt halt alle nach einem dicken, fetten, unpraktischen Bildschirm schreien, dann bekommen die ihn auch. Da ist ein Tim Cook absolut gefühllos; da zuckt der nicht mal mit der Wimper.

Da verschwendet der nicht mal ein einziges Wort, um das zu rechtfertigen oder schönzureden.

Wenn die Deppen diese Welt morgen vielleicht doch noch kapieren, dass man mit einem iPad am Ohr verdammt schlecht telefonieren und mit ihm in der Hose verdammt schlecht ins Auto einsteigen kann, dann baut der euch auch in zwei Jahren eben wieder ein kleineres iPhone 7.

Und auch das wieder gänzlich ohne Wimpernzuckerei.

Das kann man jetzt sehen, wie man will. Ich finde, wir sollten das genau so nüchtern und pragmatisch betrachten, wie Tim selber.

Es hat nämlich auch Vorteile, wenn man Produkte einer Firma benutzt, bzw. wenn eine Firma Produkte baut, die nicht von der Werbeabteilung zurechtgebogen werden müssen.

Denn dann fangen vielleicht auch andere endlich mal wieder an, diese Produkte als das zu sehen, was sie eigentlich sind: als reine Werkzeuge und Arbeitsgeräte.

Und davon will man nur die besten benutzen. Und so lange Apple weiter die besseren und schnelleren Pferde baut, haben wir da alle was von.

Wenn man mich fragt, dann weiß ich nämlich ganz genau, was ich will. Und manchmal ist es nicht verkehrt, wenn eine Firma die eigenen Nutzer nicht nur für unwissende Volldeppen hält, sondern für halbwegs gescheite Menschen.

Wenn diese Firma es dann jetzt auch noch schafft, die Volldeppen von den halbwegs gescheiten Nutzern zu unterscheiden und diese im Gegenzug nicht so doof sind und nur die Volldeppen das ganze Geld ausgeben lassen, dann haben wir alle gleich noch mal gewonnen.

Und in diesem Fall wäre das weitaus mehr als ein paar lächerliche Pixel in der Breite und in der Höhe …

Ne Brücke am Handgelenk

Vorneweg: Ich habe schon eine Uhr. Die macht alles, was ich von einer Uhr erwarte. Sie sagt mir welcher Tag gerade ist und ob ich noch weiter im Bett oder auf dem Sofa liegen bleiben kann; sprich: sie zeigt mir die Uhrzeit an.

Das beste an meiner allerdings ist die Tatsache, dass ich sie nicht jeden Abend aufladen muss. Die funktioniert von ganz alleine und braucht nicht mal eine Batterie. Und wenn man nicht gerade mal wieder zu Faul zum Wichsen ist, dann braucht man für so eine Uhr nicht mal einen Uhrenbeweger.

Meine Uhr werde ich auch noch in zwanzig Jahren oder gar in fünfzig Jahren benutzen können. Bis dahin hat sie vielleicht ein oder zwei neue Bänder spendiert bekommen – aber das war es dann auch schon.

Sie braucht kein Softwareupdate, sie ist nicht in zwei Jahren überholt und wird auch noch in hundert Jahren von jemanden mit einer ruhigen Hand und so einem lustigen Ding im Auge repariert werden können.

Lange Rede, kurzer (und für euch alle klarer) Sinn: Ich werde niemals nicht mit so einem hässlichen, klobigen Ding am Arm oder gar um den Hals zu sehen sein.

Was nicht bedeutet, dass Apple nicht eine Menge Dinge bei der Apple Watch richtig gemacht hat. Die Bänder, zum Beispiel, sind in der Liga der Hammer. Ich kenne keinen alteingesessenen Uhrenhersteller, der das mit den Bändern und den Verschlüssen, zumindest in dieser kleinen Preisklasse, gebacken bekommt.

Allerdings gibt es da genau eine Sache, die ich an diesem unnützen Teil so richtig mag.

Dieses Wunderwerk der Technik ist nämlich nichts als eine Brücke. Und zusammen mit diesem Bezahldingens zeigt es nämlich ganz deutlich, wohin die Reise geht. Wir können an dem pummeligen Teil heute schon ganz deutlich sehen, was wir morgen nicht mehr sehen (müssen).

Nach der Software wird nämlich demnächst auch die Technik überflüssig. Das wird noch eine Weile dauern – aber die Jahre, in denen wir Apple Unsummen für Gadgets, werden mittelfristig durch Unsummen, die wir Apple für ‘Dienste’ in den Rachen schmeißen, abgelöst.

Nach klein und kleiner kommt nämlich nichts mehr. Im Sinne von nicht sichtbar und nicht im Sinne von nicht vorhanden.

Und bei diesem Weg ist nicht wirklich wichtig, wer als Erster mal was auf den Markt gebracht hat. Wenn ich heute mit einem Nichts käme, dann könnte ich morgen schon wieder einpacken. Denn ich käme ohne Infrastruktur und ohne den Verbindungen.

Ein Beispiel gefällig?

Nicht ihr bezahlt VISA und Co und auch nicht Apple bezahlt VISA und Co. VISA und Co bezahlen Apple dafür, dass ihr euren fett- und laktosefreien Macchiato demnächst noch einfacher teuer bezahlen könnt.

Und in ein paar Jahren (bis Jahrzehnten) müsst ihr dazu nicht einmal mehr so ein klobiges Teil um den Arm tragen, bei dem man gegen Nachmittag nicht mehr weiß, ob sie einem noch die Uhrzeit anzeigen kann oder ob der Akku schon wieder alle ist.

Denn in dem Moment muss dann doch wieder die Kreditkarte herausgekratzt werden.

Bis dahin wird die natürlich mit jeder Iteration dünner und langlebiger, nur das Tolle an einer Uhr ist eigentlich, dass man sich irgendwann eine anschafft, die eigentlich ein Leben lang halten sollte.

Aber wer drei bis sieben Handys besitzt, der besitzt auch drei bis sieben Uhren, alle zwei Jahre eine neue. Schließlich gibt es die dann auch demnächst zusammen mit einem neunen Handyvertrag.

Bis wir dann in ein paar Jahren Jahrzehnten nur noch einen Lebensvertrag mit Apple abschließen, um an unseren täglichen Kaffee und alles Andere zu kommen …

Diese gefährliche Ignoranz

Bei Gefahr steckt der Vogel Strauß den Kopf in den Sand. Und wir Menschen machen dies genau so und kollektiv.

Nur hat der gute Strauß da noch nie etwas davon gehört, er macht das, was die allermeisten Lebewesen mit halbwegs flotten Beinen tun, bei Gefahr in Verzug fängt er an zu rennen.

Die Aussage ist schlicht falsch. Eine genau so einfache und wahre Aussage über die AFD zu treffen ist dagegen nicht so einfach.

Einfach wäre, sie als rechte Partei abzutun und mit dem Alltag weiter zu machen. Was gehen uns denn die 15 Prozent Idioten (zusammen mit der NPD) rechts außen in Deutschland schon an?

Und genau dieses bewegungslose Wegrennen ist mit Grund, mit Schuld an diesem erschreckenden Ergebnis.

Das Gros der Menschen in Deutschland, auch wenn sie weiter links oder oben oder unten wohnen, scheinen nur noch in der Lage zu sein, braun bis schwarz in all seinen kackfarbenen Varianten wählen zu können.

Dazwischen ist nicht mehr viel und schon gar nicht in wohltuenden Farben.

Und in den Ländern rings um uns herum sieht es auch nicht wirklich besser aus, wie wir bei der EU-Wahl neulich feststellen mussten.

Dann regen wir uns kurz auf, Menschen, wie ich, schreiben was dazu und dann nehmen wir den Kopf unter den Arm und rennen weiter im Kreis.

Jennifer Lawrences Brüste sind heute schon wieder wichtiger als das Wahlergebnis in Sachsen; keine zwölf Stunden später.

Diese Arroganz wird sich rächen. Denn das sind bei Weitem nicht alles weißbeschnürsenkelte Vollidioten, die die Alternative für Deutschland wählen.

Ich kenne gut ausgebildete, intelligente, liebenswerte Menschen, die die AFD wählen oder wählen würden/werden.

Wie viele von uns haben eine Krabbelgruppe in Orange gewählt, weil sie einen Funken Hoffnung in uns angefacht haben oder halt auch aus etwas niedrigeren Gründen.

Protest ist eine legitime Art sich mitzuteilen; auch und gerade in einer (Schein) Demokratie.

Wenn ich morgen eine Partei gründe, euch weiß machen kann, dass ich den Unterschied zwischen einem Browser, dem Internet und dem World-Wide-Web kenne und euch verspreche, euch vor der NSA zu schützen und wenn meine Flyer und Plakate schön gestaltet sind und ich noch das passende iPhone App dazu rausbringe und mir noch ne junge, sympathische Spitzenkandidatin anlache – wenn ich es nicht komplett verbocke, sprich mich dem politischen Gebaren nur ein klein wenig anpasse, dann komme ich aber so etwas von locker über die 5-Prozent-Hürde.

Und das im ersten Anlauf.

Sind meine Wähler dann genau solche Idioten, wie diese AFD-Wähler-Deppen?

Ich habe es auch gerne sehr einfach, denn alles andere überfordert mich. Alle doof, außer ich. Das stimmt zwar sehr oft – aber eben nicht immer.

Und genau so ist das mit den Menschen, die AFD oder Piraten oder eben auch NPD wählen. Das darf man nur so nicht sagen in diesem Land, denn dann ist man ganz schnell selber der Oberdoofe.

Und wenn wir kollektiv alle anderen als doof abtun, weil Brüste und Ärsche nun mal interessanter und die eigene Meinung so viel wichtiger, dann wird der Tag kommen, an dem wir die Oberdoofen sind.

Alle doof, wir auch.

Tschüss Dropbox!

LogEngine Image

Das war es dann. Es gab mal eine Zeit, da könnt ich mir ein Leben ohne Dropbox nicht vorstellen und nach MenuAndDockless war es immer das zweite, was ich mir auf einem neuen Rechner installiert habe.

Das letzte Jahr habe ich es nur noch benutzt, da der Verlust meiner Daten mein täglicher Albtraum ist und ownCloud einfach noch nicht soweit war. Das ist sie auch immer noch nicht, wenn man die Daten auf all seinen Rechner haben und bearbeiten möchte.

Kalender, Kontakte funktionieren wunderbar und als reines Backup Tool, um die Daten auf dem eigenen ownCloud Server zumindest zu sichern, funktioniert mittlerweile auch zuverlässig. Wenn man denn dann mal ein paar Dateien ‘teilen’ muss, dann geht das damit auch.

Nur als wirklicher Dropbox Ersatz ist sie immer noch nicht zu gebrauchen. Wenn man Millionen an Dateien (Code, Icons, Webseiten, Dokumentationen, Texte etc.) auf mindestens drei Rechnern gleichzeitig lagert, dann versagt sie einfach.

Aber dafür gibt es eine wunderbar Lösung und die heißt BitTorrent Sync. Damit hat man zwar nur ‘lokale’ Daten und Datensicherungen – dafür ist das Ganze zehn Mal so schnell, beim MacBook Pro gehen keine Lüfter an und an Systemressourcen wird auch nur ein Zehntel verbraucht.

Wer natürlich von unterwegs auf die Daten zugreifen muss, der kommt damit nicht ganz weit, wie mit der Dropbox, auch wenn es passende iPhone und Android Apps gibt. Da ich eh immer nur mit einem wirklichen Rechner an meine Daten muss, und ich keine Apps benötige, die an der Dropbox hängen, ist das für mich kein Problem.

Auf meinem Arbeitsrechner läuft dann noch das ownCloud App, um ein reines Backup meiner Daten auf meinen eigenen ownCloudServer zu schicken.

Somit bleiben meine Daten bei mir und ich habe alle Daten zum Arbeiten auf allen meinen Macs. Und da sowohl Server und Macs eh schon vorhanden sind, gibt es das ganze zum Nulltarif und ohne wirkliche Speicherbegrenzung; Server und Macs können ja theoretisch immer um ein paar TB erweitert werden. Wobei das bei mir eh nicht wirklich relevant ist.

Zur Sicherheit fahre ich eh immer noch zwei Backups pro Woche, wovon eines dann nicht mal im Hause gelagert wird. Ja, klingt paranoid – aber ohne meinen Code müsste ich einer richtigen Arbeit nachgehen, um den Ollerum satt zu bekommen.

Das Ganze ist natürlich nicht ganz so bequem, einfach und idiotensicher, wie die Dropbox – aber man (ich) schläft so einfach besser.

Bequemlichkeit ist nämlich so eine Sache. Die Aktion, inklusive Sicherung der Dropbox, Einrichten der ownCloud und von BitTorrent Sync und erstem Backup, hat mich jetzt einen Vormittag gekostet.

Das sollte es einem wohl wert sein …

Diese erschütternd schnelle Selbstverständlichkeit

Ich habe die Tage ein neues App fertig geklöppelt. Ihr habt vielleicht gerade eine neue Webseite fertig gestellt, hunderte Brötchen gebacken oder ein paar Autos restauriert.

Ein paar tausend Kilometer weiter werden währenddessen zivile Flugzeuge vom Himmel geschossen und Familienväter schießen Selfies vor rauchenden Trümmern und Kinderleichen.

Ein paar tausend Kilometer, in einer andere Richtung, werden zeitgleich Menschen selbst in Kirchen und Moscheen erschossen.

Wieder ein paar tausend Kilometer zurück, bei uns, da muss man dann aufpassen, was man wozu sagt. Denn dann ist man entweder ein Freund oder ein Feind und entweder der oder eben der anderen Propaganda aufgesessen.

Mit gesundem Menschenverstand darf man keinem mehr kommen, schließlich sind wir alle viel zu informiert und zu belesen, als dass wir uns mit einem einfachen Falsch abgeben würden.

Aber das Allerschlimmste ist diese erschütternd schnelle Selbstverständlichkeit allerorten; hier und ein paar tausende Kilometer, egal in welche Richtung.

Ich weiß, wir können nicht anders. Aber das heißt doch nicht auch, das wir nicht anders wollen?

Eben noch Winter Olympiade und dann ein paar Monate später Flugabwehrraketen und Social Media Wettkampf um die Meinungshoheit.

Und seit wann rechtfertigen drei getötete Menschenleben das Abschießen von tausenden?

Seit wann rechtfertigt irgend etwas das Töten?

Und mit jeder neuen Nachricht kommt das Schulterzucken nur noch schneller.

Momentan schockt mich wirklich noch eine Sache mehr, als das, was Menschen sich gegenseitig antun, was sie sich gegenseitig mit den fadenscheinigsten Lügen als Begründung antun.

Und das ist die Erkenntnis, wie schnell wir Alles als selbstverständlich und unabdingbar annehmen.

Kurz gelesen, kurz mit den Schultern gezuckt und dann wird weiter geklöppelt, gebacken und geschweißt.

Es kommt nicht selten vor, dass ich mich über mich selber wundere - aber dass ich mich über mich selber erschrecken und für mich selber schämen muss, die ist dann doch eher selten bis sehr selten.

Vorhin war es so weit, als ich gemerkt habe, dass mir die Nachrichten über Tot, Elend und Sterben nur noch auf den Sack gehen und ich einfach direkt weiter scrolle.

Schließlich wollten wir doch immer schon wissen, mit wem Lana Del Rey alles im Bett war …

Die lautlosen Hilfeschreie der Schreibmaschinen

Da kapituliert ein Teil unserer Regierung öffentlich und keiner bekommt es mit; dies nicht mal wegen irgend eines Fußballspieles.

Nein, der Ruf nach der guten alten Schreibmaschine geht im allgemeinen Gelächter über selbige vollkommen unter. Dabei geht es doch gar nicht um das Mittel, das Medium. Es geht um etwas völlig Anderes. Es geht um die öffentliche Kapitulationserklärung unserer Regierung. Lauter kann man doch gar nicht mehr lautlos um Hilfe schreien.

Ich bin dafür, dass wir ihnen bitte sofort und umgehend eine ganze Wagenladung an Schreibmaschinen liefern. Vielleicht sollten wir gleich noch den gesamten Bundestag damit ausstatten und alle Abgeordneten müssen beim Betreten ihre Telefone und Tablets abgeben. Und der Protokollführer – oder die Führerin – muss auch ab sofort wieder alles per Hand mitschreiben.

Dieses Bild lassen wir dann mal um die Welt gehen, natürlich per Twitter. Aber da machen sich nach Füßen riechende Umkleidekabinen wohl einfach viel besser …

Die konfliktfreie Entpiepung

LogEngine Image

Eine Email – ein Piep. Ein Tweet – noch ein Piep. Eine Email, zwei Geräte – zwei Pieps; seltenst zur gleichen Zeit.

Eine Email, ein Tweet, eine ADN Notification, ein iPhone, ein iPad und ein Mac – neun Pieps zu sieben unterschiedlichen Zeitpunkten.

Drei Emails, ein Tweet, zwei DMs, drei ADN Benachrichtigungen, ein Geburtstag und ein Termin auf drei iPhones, vier Tablets und drei Rechnern …

Ein Rummelplatz ist ruhiger als meine Hosentaschen, Rucksäcke und das Büro. Konflikte vor der Achterbahn löst die Polizei auf. Die in meinen Adressbüchern und Terminkalendern und all den anderen Apps bei mir daheim und unterwegs, die habe ich zu lösen …

Bekloppt, wie man ist, da greift man ja nicht nur zum iPhone/Androiden/BlackBerry/WasAuchImmer wenn es gerade mal wieder piept und rappelt – nein, man holt es bei jeder noch so möglichen und unmöglichen Situation hervor.

Ein rote Ampel, ein Text und eventuell kein Piep aber garantiert ein Hup von hinten. Und das ist noch die harmlose Variante.

Wo wir stehen und gehen, wir starren auf Glas, wir scrollen, wir tippen und wir lassen piepen.

Das GameBoy Gepiepse, damals, das war – oder eher ist – ja fast ein Dreck dagegen.

Egal wo man steht, geht, fährt, sitzt, wartet – irgendwo piept, rappelt, scrollt und tippt was oder eine/einer. Jede zweite Webseite, die man besucht, will einen mittlerweile auch noch pushbebiepen.

Und wir tun uns das alle freiwillig an. Zumindest bis vier Uhr nachmittags. Dann ist bei den Meisten der Akku alle. Und anstatt die Ruhe zu genießen, da geht die Hektik erst so richtig los. Früher suchte man um die Uhrzeit dringend nach Gras oder einem Krümel Haschisch und heute die nächste Steckdose.

Man könnte ja einen Piep verpassen …

Bei mir hat es jetzt ausgepiept. Die Phöner und Tablets zum Entwickeln und Testen haben weder Email, noch Twitter und Co. eingerichtet und auf meinem Arbeits-Mac habe ich jetzt schon seit zwei Jahren das uneingerichtete Email Programm nicht geöffnet, weder Tweetbot installiert, noch andere Lesezeichen in Safari als die, die ich zum Klöppeln brauche und seit ein paar Wochen habe ich mein Telefon für unterwegs absichtlich verdummt.

Man kann mit ihm telefonieren, SMS verschicken und ja, wenn es sein muss auch seine Emails und DMs abrufen und verfassen. Und dies muss man ja eigentlich so selten.

Es rappelt nicht, es piept nicht, es hat am siebten Tag noch genug Strom für die nächsten sieben, ich muss mir keine Gedanken machen, dass es geklaut wird, Passwörter sind nicht drauf und wenn ich dann doch mal ne süße Katze sehen, dann kann ich die sogar halbwegs gescheit fotografieren.

Und das Tollste ist: Ich lebe trotzdem noch. Ich habe weder den Anschluss verloren, noch bin ich verblödet oder habe auf einmal keine Freunde mehr.

Dafür habe ich nur noch einen Kalender, nur noch ein Adressbuch und habe bisher weder einen Termin, einen Geburtstag oder sonst überhaupt etwas verpasst. Auch sind meine Emails wie gewohnt beantwortet und die Nachrichten und News sind die selben wie schon Gestern, letzte Woche, die Woche, das Jahr und die Jahrzehnte davor.

Dafür hätte ich ab vier Uhr – neben Strom – auch noch genügend Zeit, Ruhe und Nerven etwas anders zu tun, als permanent zu scrollen und zu tatschen.

Und erst diese Ruhe …

Was uns das Amazon Phone deutlich macht

Es ist jetzt schon einige Tage her - aber so sehr ich mich auch bemühe, ich kann nicht einen einzigen Bericht finden, der rundum begeistert vom Fire Phone ist.

Die allermeisten meckern über den Preis und viele über die Mittelmäßigkeit der Hardware; wobei das ja eher übertrieben ist. Die Hardware ist gar nicht mal so schlecht und den meisten Anwendern geht das in der täglichen Nutzung eher am Arsch vorbei.

Auch ich gehe davon aus, dass das Teil - genau so wie die Fire Tablets - eher unterdurchschnittlich gekauft wird, auch wenn uns Amazon natürlich wieder das Gegenteil erzählen wird.

Für eines ist das Teil aber gut, denn es zeigt uns etwas ganz deutlich. Das, was es uns zeigt ist dann wieder nicht so gut - aber auch das geht denn allermeisten Menschen deutlich am Arsch vorbei.

Es zeigt uns, wie sehr wir uns innerhalb von nur ein paar Jahren von zwei Firmen abhängig gemacht haben und uns täglich immer weiter abhängig machen.

Amazon verwendet für die Fire Dinger einen eigenen Android Fork und zwar in der Variante, die Google ja so gar nicht gerne sieht.

Jeder darf sich Android forken, wenn man es aber zu mehr als dem nackten Telefonieren und SMS verschicken auf einem Telefon verwenden will, dann muss man Googles ziemlich engen und starren Regeln folgen - andernfalls fallen eine Menge Funktionen und Layer weg; der Play Store oder Maps sind dabei nur die Spitze des Eisberges.

Ja, innerhalb Chinas sieht das ein wenig anders aus; da sind die allermeisten Google Dienste aber eh blockiert oder nur sehr verkrüppelt vorhanden und es gibt sehr gute lokale Alternativen. Dort gibt es größere Forks, die ohne diese Google Dinge auskommen.

In der westlichen Welt - um das jetzt mal so plump auszudrücken - funktioniert das einfach nicht. Es gibt nicht einen einzigen ‘gescheiten’ Fork, der es auf ein Telefon geschafft hat, das sich wirklich verkauft und nicht doch Googles Regeln folgt.

Nur um das kurz klar zu stellen: CyanogenMod hält sich an diese Regeln; von Haus aus kommt es mit diesen ganzen Google Dingen und man kann kein ‘offizielles’ Smartphone mit einer abgespeckten CyanogenMod Version ohne Google Dinge kaufen.

Wir haben also die Wahl zwischen Google und Apple. Und das war es dann auch schon. Ja, es gibt noch BlackBerry und Windows Phone und die 0,0003 Prozent anderer Dinge - aber über all die brauchen wir uns nun wirklich nicht zu unterhalten.

Das ist unterm Strich also genau so, wie das US Parteiensystem; Rot oder blau und im Endeffekt schenken die sich eh nichts.

Das Fire Phone verzichtet auf Google und kommt mit Nokias HERE und eigenem Store daher.

Und genau da liegt das Problem.

Wir sind es so dermaßen gewöhnt, was wir vermeintlich für umsonst von Google und Apple geboten bekommen, man kann es schon verwöhnt nennen.

Und wenn nicht mal Amazon dagegen anstinken kann, dann macht uns das etwas ganz deutlich.

Zumindest sollte uns das etwas deutlich machen.

Wir haben ein Problem. Eines, das wir lieber nicht sehen wollen und hinter doofem Geplänkel über Preise und Hardware verstecken.

Wir sind abhängig. Wir haben uns ausgeliefert. Und zwar zu so einem Grad, der es selbst einer Firma wie Amazon anscheinend unmöglich macht, auf Augenhöhe zu konkurrieren. Ach was, die können ja nicht mal auf Kniehöhe konkurrieren.

Ich träume täglich davon, eine Firma zu gründen, die in Deutschland hergestellte sichere und gute Hard- und Software herstellt; ein ‘deutsches’ System auf ‘deutscher’ Hardware - in Deutschland geschrieben und zusammengebaut.

Weil wir so etwas dringend brauchen.

Und es wird ein ewiger Traum bleiben. Weil wir keine Chance haben, weil wir den Anschluss so dermaßen verpasst haben.

Wir haben den beiden das Spielfeld so dermaßen überlassen, dass wir schon bei dem lauten Gedanken an die Farbe unserer möglichen Trikots ausgelacht würden; zu Recht.

Dieser überteuerte Einkaufswagen mit SIM Karte ist kein Flop - es ist ein elektronisches Mahnmal.

Zumindest sollten wir es als solches sehen …

Ein Leben ohne 24-Stunden-Lieferung

Ich müsste ja mal … aber …

Mit diesem Gedanken- und Argumentationskonstrukt sind wir alle nur allzu wohl vertraut; wir hangeln uns damit gerne mal durch den Tag und durch das Leben.

Ich müsste mal weniger essen … aber …
Ich müsste mal öfter das Rad nehmen … aber …
Ich müsste mal meine Arbeit erledigen … aber …

Und das sind ja nur die ganz kleinen, harmlosen Konstrukte.

Aber auch die führen mehr oder minder unweigerlich und automatisch in diesen Kreislauf aus schlechtem Gewissen, Schuldgefühlen, die gegen dieses immer kürzer anhaltenden Hoch, diese kleine sofortige Befriedigung zwischendurch anstinken; und andersherum.

Und wenn das schon bei einem selber stellenweise so schwer ist, wie schwer ist das dann erst, wenn es gar nicht um einen selber geht und man Schuld nur über drei Ecken fühlen muss, fühlen kann - das Ganze also nicht wirklich greifbar ist und somit Konsequenzen eher gedanklicher Natur und in weiter Ferne sind?

Ich müsste mal aufhören, Dinge zu kaufen, von denen ich ja eigentlich weiß, wie sie hergestellt werden … aber …

Ich müsste mal aufhören, Dinge bei Händlern zu bestellen, von denen ich ja eigentlich weiß, wie sie mit ihren Mitarbeitern, Konkurrenten, Lieferanten - also generell mit ihren Mitmenschen - umgehen … aber …

Aber es ist so bequem. Aber es ist so vermeintlich günstig. Aber der Umtausch. Aber die Garantie. Aber der Service.

Aber überhaupt …

Ich kenne diese Argumentationskette so gut von mir, ich kaufe sie mir immer wieder selber ab.

Fragt meine Waage oder die armen DHL und Hermes Menschen, die mir immer die ganzen bestellten Dinge liefern müssen.

Wenn man sich nur lange genug etwas einredet, man glaubt es sich irgendwann (fast) wirklich.

Unsere eigene Bequemlichkeit lässt uns in der Selbstverarschung äußerst kreativ und hartnäckig werden.

Und manchmal, da kommt es dann anders. Manchmal braucht man nur ein wenig Zufall und man stolpert über die eigene Bequemlichkeit.

Vor genau einem Jahr hat Amazon mir das Konto gesperrt, da eine Zahlung zurück gebucht wurde, ich die zugehörige Mail aus Bequemlichkeit nicht gelesen hatte und eh grundsätzlich zu faul bin, mich um Kontostände zu kümmern.

So Dinge passieren schon mal. Dann überweist man das halt, bestellt einfach weiter und gut ist.

War aber nicht gut. Ich, Prime-Kunde der ersten Stunde, der eine verdammte Menge über die Laufe der Jahre (bis fast Jahrzehnte) bestellt hat, in der Zeit genau zwei Dinge zurück geschickt hat und bei dem sonst immer, immer, immer alles fein brav abgebucht werden konnte, wurde - warum auch immer - abgestraft und mein Konto wurde und wurde einfach nicht wieder freigeschaltet.

Mir war es dann nach ein paar Telefonaten einfach zu blöd.

Das ist jetzt genau ein Jahr her. Und jetzt kommt der unglaubliche Part:

Ich lebe noch! Ich bin wohlbehalten. Ich hatte keinen Garantie/Support/Liefer/WasAuchImmer GAU in der Zeit. Auch bin ich nicht verarmt oder musste auf nur eine einzige Sache verzichten oder ewig auf sie warten.

Ein Leben ohne 24-Stunden-Lieferung, ein Leben ohne Amazon ist möglich. Und mit möglich meine ich nicht, dass es gerade so erträglich und unglaublich mühsam ist und nur die Verlockung, später als Gutmensch an der Himmelspforte bevorzugt behandelt zu werden, die ganzen Qualen irgendwie erträglich macht.

Ich spüre keinen Unterschied. Ich habe heute nur durch Zufall daran gedacht. Es gab nicht einen einzigen Tag, an dem ich hier saß und der Himmel eingestürzt ist, weil ich kein Amazon mit all seinen Verheißungen mehr hatte.

Ja, ein Leben ohne Kindle funktioniert genau so gut. Es grenzt schon fast an Magie, was wir seit Jahrhunderten als Ersatz für elektronische Bücher in unserem Besitz haben.

Manchmal muss der eigene erhobene Zeigefinger wohl nichts anderes sein, als ein Stinkefinger.

Es kommt halt nur auf die richtige Motivation an, um feststellen zu können, dass man gar nicht muss, wenn man kann.

Jetzt müsste ich nur noch das mit dem Rad, dem Essen und der Arbeit …

Über Apple, Swift und SimpleEdit

Apple hat am Montag eine neue Sprache für uns Entwickler vorgestellt, an der genau eine Person über drei Jahre ganz alleine geklöppelt hat und die erst seit knapp einem Jahr von Apple aktiv vorangetrieben wurde.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Es gibt ja Menschen, die behaupten, dass jeder Entwickler pro Jahr eine neue Sprache lernen soll.

Ich bin mir sicher, dass diese Menschen einen geregelten Job in einer sicheren Umgebung haben und garantiert nicht alles alleine machen und schon gar nicht Apps fertig und aktualisiert bekommen müssen.

Jedes Jahr bekommen wir (Mac Entwickler) tausende und abertausende Änderungen. Dazu kommen permanente Design-Eskapaden und pro Jahr propagiert Apple zu mindestens drei bis neun grundlegenden Änderungen, dass dies die Zukunft ist und wenn man dann endlich alles umgestellt hat, dann stellt Apple fest, dass es doch noch was Besseres gibt und man fängt wieder von vorne an.

Würde ich Alkohol mögen, ich wäre vermutlich ob der permanenten Änderungen, Neuerungen und jährlich obsoleten Oberflächen, Buttons und Icons wahrscheinlich nur noch am trinken.

Jetzt also kommt mal so im Nebenbei eine neue Sprache dazu, die dann entweder in drei Jahr doch nicht so der Renner war und wir bekommen Rocket-Penguin als das neue Non-Plus-Ultra präsentiert oder Objective-C wird auf ‘deprecated’ gesetzt.

Wie dem auch so, momentan ist mein Weinverbrauch doch gestiegen. Und ich mag Wein gar nicht so.

Wie bei allem, was mit Apple und Entwickeln zu tun hat, hat man immer genau eine Möglichkeit: Friss oder friss, denn sterben will man dann doch nicht.

Drum kann SimpleEdit ab sofort auch Swift, zumindest rudimentär und eher als experimentell und sportlich zu betrachten. Demnächst kriegt dann auch CocoaBox noch die Swift-Grundzüge beigebracht und ich muss mir überlegen, wo ich die ganzen Weinflaschen am sinnigsten horte.

Und dabei ist noch gar nicht geklärt, wann ich überhaupt die Zeit finden soll, den einkaufen zu gehen.

Bill muss komplett überarbeitet werden, um unter 10.10 gescheit zu funktionieren und auszusehen; dies gilt auch für Umsatz und von den ganzen anderen Apps will ich gar nicht reden.

Ach – und da ist ja auch noch die Kleinigkeit names iOS 8 mit seinen abertausenden kleinen Änderungen und der Tatsache, dass extra Knöpfe für die Tastatur (alle Markdown- und sonstige Schreibe-App Besitzer wissen, wovon ich rede) jetzt komplett für den Arsch sind und man sich vermutlich wirklich pro App komplett eigene Tastaturen klöppeln muss.

Das wird auch noch mal lustig. In diesem Sinne: Prost!

SimpleEdit Webseite
SimpleEdit herunterladen