10 Years of Making Apps

Alles aus der Kommentar Schublade



Von wegen Sport

Es ist früh, drum verzeiht mir bitte den wirklichen flachen Wortwitz am Morgen:

Es ist schön zu sehen, dass der Mensch, wenn es um die Wurst geht, oft doch noch weiß, ein Statement zu setzen; stellenweise sogar ein recht deutliches.

Man könnte fast ein bisschen stolz auf uns sein.

Zyniker werden wohl ihre ganz eigene Auffassung und Umdeutung der Gayropa Entscheidung noch heute Nacht angefangen haben und die, an die es adressiert war, an denen wird es weiter abperlen.

Was sollen sie auch anderes tun, als dann halt noch einen Tacken schriller zu werden …

Was ich ja am bezeichnendsten finde, ist die Tatsache, dass eine - gerne auch mal belächelte - Veranstaltung etwas schafft, was die die angeblich dafür besser geeignete Plattform nicht hinbekommt, ja sogar auf ganzer Linie hoch offiziell immer verhindert…

Der liebe Sport bekommt so etwas nicht gebacken. Weder Fußball, noch Olympia; im Gegenteil.

Gestern hat da eine gewaltige Menge von Menschen ‘für’ etwas gestimmt, was eine noch viel gewaltigere Menge an Menschen als ‘Feindbild’ permanent eingetrichtert bekommen hat und immer noch eingetrichtert bekommt.

Musikalisch wären da weit aus bessere Kandidaten und Kandidatinnen zu finden gewesen.

Ich behaupte mal, dass das noch einen Grund hat. Alles was mit Sport zu tun hat, hat automatisch mit Geld und Kommerz zu tun. Die gestrige Veranstaltung kostete auch eine Menge Geld und ein paar der Teilnehmer werden zwei/drei Platten mehr verkaufen im Anschluss - aber dieses Ausverkaufsbeigeschmäckle hat diese Veranstaltung zum Glück (noch?) nicht.

Dafür gibt es immer noch einen Hauch von Spaß und hinaufgesetzter Freude; dieses sich selber nicht ganz so ernst nehmen müssen.

Das ist etwas, was man anderswo vergebens sucht; was man anderswo schon längst verloren hat.

Ich glaube nur, dass man das allerdings auch Europa (im ganz weiten Sinne) wunderbar übertragen kann.

Man kann alles nur aus dem Blickwinkel eines Geldtresores betrachten - oder man kann einfach auf die Menschen schauen; verbunden mit etwas Spaß und Toleranz.

Europa (oder besser der Gedanke eines ‘vereinten’ Europas) hat weniger mit den Subventionen oder den oft verqueren Entscheidungen aus Brüssel zu tun - sondern schlicht und einfach mit der Feststellung, dass es da noch andere neben uns, mit uns gibt.

Geld, Kommerz, Macht auf der einen Seite und die Menschen mit Lebensfreude auf der anderen.

Eigentlich sollte so eine Feststellung selbstverständlich sein; eigentlich …

Um so schöner ist es zu sehen, dass es dann doch noch Tage gibt, an denen wir uns darauf zurück besinnen können.

Und alles, was es dazu braucht, ist ein Mann in Frauenklamotten und eher schnulzige Lieder.

Wenn das mal kein Grund zur Hoffnung ist, dann weiß ich es auch nicht …

Das verräterische Klatschen

Ich mag Menschen ja nicht so unbedingt – eher eher nur bedingt; vor allem die Ansammlung ganz vieler auf engem Raum. Mir sind die schnell zu anstrengend und vor allem sind die allermeisten schlicht einfach nur langweilig bis blöd.

Das schöne ist, das gilt ja auch andersrum. Ich bin auch ein gewaltig blöder Langweiler.

Darauf allerdings auf alle Menschen per se zu schließen wäre schlicht falsch und ist auch nicht als Generalkritik am Menschen als solches zu verstehen.

Denn eigentlich ist der Mensch ganz schön erstaunlich und vielseitig und vor allem kreativ und zu weil auch mitfühlend. Allerdings ist er auch ganz schnell so etwas von überfordert und alleine; schlicht und einfach, weil er im Grunde verdammt simpel gestrickt ist.

Ja, wir alle. Wir sind uns so verdammt ähnlich, es ist unfassbar. Auch in der Eigenschaft, dass wir genau das ja nie hören und nie wahrhaben wollen.

Ich bin anders, ich bin besser und schon gar kein Langweiler.

Bist du doch. Und ich auch.

Und sehr oft, da verraten wir uns so dermaßen dabei, wie wir eigentlich sind, wie wir eigentlich ticken. Besonders deutlich fällt dies immer auf, wenn wir zu Massen auf einem Haufen auftreten. Alle zusammen, doch jeder einzeln für sich und dann doch so etwas von gemeinsam und gleich.

Früher, so vor der NSA, da war alles lustiger, da waren wir lustiger. Auch die Rants vom Sascha Lobo. Dieses mal waren die ersten 40 Minuten so etwas von ruhig und das, wo so eine Bekassine ja nun wahrlich den einen oder anderen Lacher wert wäre.

Aber es war ruhig; betreten ruhig. Denn ein jeder war damit beschäftigt betreten unter sich sein iPhone zu schauen und sich ausreden auszudenken, warum er nicht angesprochen sein muss.

Selbiges dürfte auch für jeden gegolten haben, der sich die Aufzeichnung des Vortrages zu Hause oder im Büro vor seinem Rechner angeschaut hat.

40 Minuten lang Schweigen und kaum bis kein Applaus.

Wer sich die Rede zur Lage der Nation noch nicht angetan hat, der möge dies unbedingt tun. Und dann täglich wiederholen.

Bis dieses unsere Gesamtlinienversagen endlich mal als solches bei uns durchgesickert ist.

Und dann passiert etwas Erstaunliches in Minute 42. Es wird geklatscht. Es wird auf einmal verdammt laut und befreiend geklatscht.

Ich vermute mal, dass die wenigsten im Saal es überhaupt mitbekommen haben, aus der Nähe mitbekommen haben können. Aber aus der Ferne des gestreamten Internets betrachtet war es so ein richtiger Aha-Moment, der mal wieder Alles – aber auch Alles – über uns Menschen, unsere Natur ausgesagt hat.

Denn genau ab Minute 42 ist Sascha von der Eigenkritik an uns Internetverstehern (uns Versagern) auf die Kritik an Merkel und Co umgesprungen.

Nicht ich bin schuld und blöd, die anderen sind schuld und blöd.

Das verräterische Klatschen als kollektives Aufatmen.

Danach gab es wieder mehr Zwischenrufe, mehr Klatschen und mehr Gelächter, denn Papa Lobo hatte uns ja indirekt die Absolution erteilt; schließlich sind ja noch ganz andere Schuld und die Bösen.

Ach, was wäre das schön gewesen, wenn wir alle doch mal für die Eigenschelte Applaus gespendet hätten.

Wenn ich so zurück blicke und um mich schaue, bei den wenigen Menschen, die ich überhaupt mag und mit denen ich mich überhaupt umgebe, dann sind das ausschließlich solche, die einem auf den Kopp zusagen, dass man gerade mal wieder ein elender Versager war.

Man mag diese Person garantiert nicht in dem Augenblick und vielleicht auch noch nicht ein paar Monate oder gar Jahre später.

Aber irgendwann. Und dann wünscht man sich immer, man hätte eher Danke gesagt, eher applaudiert.

Drum sollten wir alle jetzt direkt noch einmal Saschas Schelte der Nation schauen und in den ersten 40 Minuten klatschen und dann beim Rest einfach mal demütig die Fresse halten.

Und wer das schon nicht kann, der spendet mal ganz schnell hier oder hier nicht nur ein paar Cent. Zum Ausgleich kann man dann auch noch was für die arme Bekassine überweisen.

Vielleicht reicht es dann ja im nächsten Jahr für einen schöneren Namen für das arme Viech und eine lächerliche dritte Vollzeitstelle zur Verteidigung unseres Netzes …

Nebelbomben im russischen Exil

Liebe Leute, können wir uns bitte mal darauf einigen, dass es vollkommen egal und unerheblich ist, wo ein Herr Snowden interviewt wird?

Es ist sogar vollkommen egal, ob er überhaupt irgend etwas gefragt wird.

Dieses Pseudo-Ausschüsschen könnte, so es denn wollte und dürfte, wunderbar ohne ihn klar kommen.

Es müsste auch keinerlei Angst vor irgendwelchen Drohungen haben - wobei ich dann doch schon noch mal gerne in ein paar Jahren einen Ausschuss dazu sehen würde, wie dreist man eigentlich sein kann - denn es müsste die NSA ja nicht mal zum Thema haben.

Noch ist das hier Deutschland, noch haben wir hier so etwas, wie eine Scheindemokratie auf Papier.

Es würde doch erst einmal vollkommen reichen, wenn sie sich auf das konzentrieren würden, was bei uns, auf unserem Boden und mit unseren Behörden passiert.

Damit wären sie dann erst einmal für die nächsten Jahre beschäftigt und könnten, so sie denn wollten und dürften, tatsächlich etwas bewegen und ans Licht befördern.

Aber nein, da werden Stellvertreterkriege an den völlig falschen Fronten, aus den völlig falschen Motiven, mit den völlig falschen Mitteln abgehalten.

Fleischgewordene Nebelbomben, die in Russland festsitzen, die angeblich von Putin missbraucht werden, dann selber zu missbrauchen, zeugt nicht gerade von politischem - oder sonstigem - Spürsinn.

Wie so oft, kann ich da nur nicht nur absolute Unfähigkeit drin erkennen. So grottig können nicht einmal deutsche Provinzpolitiker sein.

Nein, das ist Absicht und mit Plan.

Und wie immer, da funktioniert das hier. Denn die deutsche Internetprovinzeria fällt leider immer wieder und allzu leicht auf lustige Nebelbomben herein.

So Leid mir das für den armen Kerle tut - aber bei der Aufarbeitung ist die Person Snowden so etwas von egal. Sie ist sogar hinderlich.

Persönlich hoffe ich für ihn, dass er durch dieses Gezedere nicht anfängt, Hoffnung zu bekommen, eventuell doch noch in diesem seinem Leben Deutschland - oder ein vergleichbares Land - zu sehen.

Wir haben hier eine Menge, nur kein Rückgrat. Uns könnte man fast zutrauen, dass wir ihn, wenn es uns gerade passt, den Löwen zum Fraß vorwerfen.

Ach, wartet mal, das haben wir ja schon längst getan …

Bei allem Gemeckere

Bei allem (zum größten Teil berechtigtem) Gemeckere. Es gibt da auch ein paar Dinge, die ich mag.

Wie dieses Beispiel: Keine 24 Stunden und ein Fix für einen kritischen Bug ist draußen …

Wenn Mittlere Angestellte ihre Sekretärin in Kassel poppen

thinkpad.jpg

Wenn Mittlere Angestellte ihre Sekretärin in Kassel poppen, dann haben sie mit verdammt großer Wahrscheinlichkeit ein ThinkPad in ihrer Leonhard Heyden Tasche in der Ecke zu stehen.

Ohne den Sekretärinnen jetzt zu Nahe treten zu wollen - aber ich bin mir relativ sicher, dass es sich bei denen auch nur um die fleischgewordene Mittelmäßigkeit handeln kann, schließlich findet das Ganze in einem Ibis statt; unter der Woche.

Doppelzimmer ab 65 Euro …

Falls ihr es noch nicht mitbekommen haben solltet, es handelt sich hier weder um eine Werbebroschüre für Kassel, noch um eine Anzeige für Low Budget Ibis Hotels - wobei ich das ja doch gerne mal sehen würde - und auch nicht um die neue Image Kampagene für Heyden Taschen.

Nein, wie es sich für eine drittklassiges Blog rund um alles Computer, Internet und Apple handelt - da kann es hier nur um Eines gehen.

Und nochmals nein, es ist auch nicht der silberfarbene Firmenwagen von Opel.

Richtig - es kann hier nur um dieses Lenovo Teil gehen.

Um dieses plastikgewordene Zeugnis der Mittelmäßigkeit, übersät mit Hautschuppen sein Dasein in einer nicht wirklich schönen und auch nur mäßig praktischen Tasche in einem Kassler 0815-Hotel sein ungeliebtes Dasein fristend.

An einem Dienstag Vormittag …

Und bevor ihr jetzt mit Polemik oder Einseitigkeit kommt und behauptet, dass dies ja genau so gut an einem Mittwoch Nachmittag in Braunschweig oder Frankfurt in einem Holiday-In Budget stattfinden könnte - dann habt ihr recht.

Allerdings ist eben genau dies der Punkt!
(Ha, heute keine Wort-, sondern Satzzeichenwitze)

Diese Beliebigkeit. Diese Lieblosigkeit. Dieser Einheitsbrei.

Wie wir alle wissen, bin ich mit Apple mehr oder minder groß geworden. Und wie wir auch alle wissen, da bin ich auch mit Meckern groß geworden.

Und jetzt, wo ich groß bin, da kombiniere ich diese beiden Dinge auch gerne mal. Das wissen wir auch alle.

Ich behaupte von mir ja auch immer, dass ich dies zurecht tue. Mit Anlass und mit guten Gründen …

Aber lasst euch Eines sagen. Wenn man mal ein paar Tage über den Tellerrand schaut, dann vergeht einem das Meckern relativ schnell.

Alle Jahre wieder schaue ich über den Tellerrand; meistens dann, wenn ich eigentlich etwas Gescheites arbeiten sollte und so gar keine Lust habe. Und mit Tellerrand meine ich nicht Windows.

Ich meine Linux in all seinen Formen und Varianten …

Ich mag den Gedanken von offen, frei, zugänglich - und nicht zuletzt - anpassbar.

Und alle paar Jahre wieder gebe ich es relativ schnell wieder auf. Da ich das ja vorher schon weiß, habe ich mich auch nie um neuere Hardware gekümmert, ein altes gebrauchtes ThinkPad hat es immer getan. Die stehen hier eh rum. Webseiten müssen getestet werden und vor allem so Dinge, wie CSV, Excel und DATEV Dateien.

Und so, wie es um diese unzähligen Distributionen in den letzten Jahren/Jahrzehnten bestellt war, da bin ich nie bis zu dem Punkt gekommen, mir um die Hardware wirklich Gedanken machen zu müssen.

Auch bin ich immer davon ausgegangen, dass es um die ‘neueren’ Modelle ja wohl um Längen besser bestellt sein muss.

Andernfalls müssten Lenovo und Co ja schon längst pleite sein.

Ja, ich weiß. Ich bin ein Naivling; persönlich finde ich die Bezeichnung putzig ja weitaus schöner …

Jetzt war es also wieder mal so weit; wichtige Arbeit stand an und ich hatte so gar keine Lust. Somit steht diese Arbeit immer noch aus - dafür bin ich aber um ein paar Erfahrungen reicher.

Da meine Tellerrand-Hardware dann aber doch nun schon zu betagt war, habe ich mir blauäugig (das mit dem naiv hatten wir eben schon) ein Mittelklasse Notebook von Lenovo angeschafft.

Bei Mittelklasse reden wir hier von knapp 900 Euro, dies nur mal so am Rande.

Dafür habe ich etwas bekommen, das so dick war, wie mein aller erstes PowerBook aus dem Jahre 1995 und eine Verarbeitungsqualität wie die iBooks zu ihren schlimmsten Zeiten.

Das, was mich aber am allermeisten entsetzt hat, war etwas Anderes: Die Geräuschkulisse. Im Jahre 2014 mit einem popeligem i5 (in der Sparbrötchen-Variante) und in Kombination mit einer noch mittelklassigeren On-Board Grafik.

Die Lüfter waren permanent an. Permanent. Und nicht in diesem ‘ich-dreh-mich-mal-ein-bischen-weil-dies-mein-Job-ist’ Bereich.

Nein - wir (oder eher ich) reden hier von ‘ich-muss-alles-geben-weil-meine-Ingeneure-keine-Ahnung-und-vor-allem-keine-Lust-hatten’ Bereich.

Dieser Bereich wurde dann kombiniert mit diesem unserem Mittleren Angestellten wohlvertrauten ‘Wir-haben-ein-Excel-Problem’ Bereich; uns auch als ’scheiß-auf-gescheit-hauptsache-billig’ Bereich bekannt.

Für diese 900 Euro bekommt man dann Plastik, das billigste 6bit Panel in Witz an Auflösung und Leuchtkraft, kombiniert mit einer höllenlauten herkömmlichen Festplatte und langsamen 4GB RAM.

Dazu gibt es ein Trackpad, welches den Namen nicht verdient und absolut nicht benutzbar ist.

Ja, die Tastatur ist wirklich gut und das i-Pünktchen leuchtet, wenn der Deckel zugeklappt ist.

Ernsthaft, aus diesen beiden Gründen bekommt so ein Teil vier bis fünf Sterne. Von mir bekam es nicht einen und wanderte am nächsten Tag direkt zurück.

Ich brauche jetzt ja nicht wirklich irgendwelche Worte über die Lenovo Teile zu verlieren, die für 600, 500 oder gar nur 300 Euro über den Ladentisch gehen.

Zum Vergleich: Für 100 Euro mehr bekäme man (mit etwas Glück) ein lautloses 13 Zoll MacBook Air mit besserer Auflösung, einer grandiosen Verarbeitung, einem um so dermaßen viele Längen besseren Bildschirm und einer flotten SSD.

Im schlimmsten Fall sind es 200 Euro mehr. Dafür fast 1 Kilo und drei Zentimeter weniger; vor allem in der Dicke.

Sagte ich schon etwas über lautlos?

Da ich ja so leicht nicht aufgebe und andere Hersteller eher nicht in Frage kommen, da (was durchaus positiv hervorzuheben ist) Lenovo noch relativ einfach und bezahlbar US Tastaturen auch in Deutschland auf seine Books schraubt, habe ich also wieder in die Tasche gegriffen, ein paar hundert Euro mehr investiert und habe jetzt hier das ‘Flaggschiff’ der Business Klasse zu stehen.

Es ist flacher, leiser (wenn auch weit entfernt von lautlos), etwas besser verbaut und das war es dann auch schon.

Für 100 bis 200 Euro mehr bekommt (oder besser: bekäme) man ein 15 Zoll Retina MacBook Pro.

Das wäre dann halb so dick, beim normalen Arbeiten lautlos, grandios verarbeitet, mit SSD und einem guten Display.

Dieses Lenovo-Plastik-Flagschiff für nicht wenig Geld hat Plastiknasen, die nicht sauber verarbeitet sind, Abschürfungen ab Werk, einen Witz an Display, welches in keinster Weise für die Bildbearbeitung geeignet ist und zudem auch noch ungeschützt und beschissen mit dem gakeligem Gehäuse verklebt ist, dass selbst die iBooks von vor zehn Jahren gut dagegen aussehen. Und die waren auch nur unmerklich dicker und schwerer.

Dafür steht man dann selbst im Jahre 2014 immer noch da und föhnt und feurzeugbenziniert vier beschissene Aufkleber von der anfälligen Plastikoberfläche.

Den fünften Stern bei den Bewertungen gibt es übrigens dafür, dass man bei den Teilen immer noch die Scharniere sehen muss. Ernsthaft, dies ist das herausragende Merkteil eines jeden Lenovo Teiles und der dazu passenden Kritik.

Stabile, hässliche Scharniere …

Und nein, dies ist kein Witz: Das Teil hat immer noch einen VGA Anschluss. Ernsthaft! Und damit wird auch noch ziemlich weit oben auf der Webseite geworben.

Von dem bescheuerten Trackpad mit fünf(!) eingebauten, gakeligen Tasten, welches dann auch noch so beschissen an der Tastatur sitzt, dass man sich selber ständig den Cursor beim Tippen verschiebt, selbst wenn eingestellt ist, dass es beim Tippen ignoriert werden soll - von dem rede ich lieber gar nicht. Von dessen Anmutung und Geräuschkulisse auch nicht.

Allerdings kann man einfach die Festplatte, den RAM und das Funkmodul wechseln. Das hat Vorteile, keine Frage.

Wobei dies ja auch immer weniger wird, bei den hunderten an Modellen, die die so im Angebot haben. Keine Wartung und immer noch laut und dick.

Immerhin kommt es ohne optisches Laufwerk daher …

Und im Vergleich zu früheren Modellen ist es auch schlichter. Keine 100 Zusatzknöppe und Blinkdinger mehr.

Und jetzt kommt der Hammer: Genau deswegen wird es von ganz vielen schlecht gemacht. Nicht wegen des Bildschirms, nicht wegen des Plastiks, nicht wegen der Verkleberei - nein, wegen der Schlichtheit und weil nichts mehr blinkt.

Mittlere Angestellte, ich muss euch nicht verstehen …

Und als ob dies alles noch nicht abschreckend genug wäre. Jetzt kommen wir ja erst zum Eigentlichen, dem Arbeiten mit so einem Teil.

Und damit zum System. Und es geht hier nicht um langweiliges Windows- oder was auch immer Bashing.

Ich hätte da nur eine Frage - oder eher Bitte:

Nennt mir mal einen gescheiten nativen Twitter Klienten für Windows. Einer, der ohne Air und Co daher- und auch nur ansatzweise einem Tweetbot nahe kommt. Oder einem Programm, wie Sketch, wie RapidWeaver und Co.

Ich habe erst die Wochen wieder für ein paar anderweitig begabte Menschen mit XP-Panik den Umstieg auf Windows 7 vollzogen.

Bis das halbwegs gescheit eingerichtet und aktualisiert ist, bis alle Drucker und Scanner funktionieren …

In der Zeit habe ich zehn Macs eingerichtet.

Ja, du Mittlerer Angestellter, es ist besser geworden. Das mag in deinem Job zu einem Wochenende mit der jüngeren Sekretärin in Hannover oder gar einer Beförderung reichen - hat aber noch lange nichts mit gut zu tun.

Shortcuts sind immer noch nicht wirklich durchdacht, Drag-and-Drop funktioniert immer noch nicht so, wie es sollte und was einem alleine Quick Look, Spracherkennung, systemweiten Wörterbuch und Co an Arbeit, Zeit und somit Geld sparen, das würde locker für einen Audi als Dienstwagen reichen. Für alle.

Alleine, wie man sich die Finger verrenken muss, um ein Programm zu beenden. alt+F4 - wirklich?

Und der Witz bei diesem Lenovo Teil ist, dadurch, dass die es tatsächlich mittlerweile geschafft haben, zwei bis drei Reihen unnötiger Knöppe auf der Tastatur einzusparen, da gehen die F-tasten wirklich nur noch mit Fn.

Man bricht sich also fast die drei Finger, nur um ein Programm zu schließen. Es soll Firmen geben, die angeblich ab und an mal selber testen, was sie da so verbocken.

Zu denen scheint Lenovo jetzt nicht unbedingt zu zählen …

Ja, ich weiß. Was sind schon Tastenkürzel, wenn man mühsam das Kreuzchen klicken kann.

Aber wie schon (mittlerweile ziemlich weit oben) erwähnt, ist mein Tellerrand nicht Windows - sondern Linux. Aus Gründen …

Und ich muss sagen: Linux - egal in welcher Geschmacksrichtung - ist grandios. Grandios, wenn man eine Menge Zeit mit eigentlich unnötigen Dingen verplempern will. Also alles tun will, nur nicht produktiv arbeiten.

Kann es sein, dass die Übersetzung für Geek (oder auch Nerd) schlicht und einfach nur Umstandskrämer ist?

Das Einrichten der Emails, der Adressen und des Kalenders unter OS X dauert genau drei Minuten; inklusive funktionierendem Sync.

Wenn man gut ist, dann schafft man das unter Windows in zehn.

Unter Linux geht das nicht unter einer Stunde oder eher zweien …

Und das war erst der Anfang. Das Problem ist (zum Glück) nicht mehr irgendwelche Hardware-Inkompatibilitäten, auch wenn es die natürlich auch noch zu genüge gibt - nein, es sind die Programme.

Die meisten sehen noch genau so aus, wie vor fünf, zehn Jahren und benutzen sich leider auch noch genau so. Also vollkommen umständlich und unlogisch. So sie denn überhaupt funktionieren.

Ich komme mir hier gerade mal wieder vor wie im Computer- und Internet Mittelalter. OS 9 und dessen Software ist stellenweise immer noch schicker, umfangreicher und besser benutzbar.

Ich rede hier nicht von irgendwelchen abgehobenen Dingen. Ich rede hier von so elementaren Dingen, wie einem Kalender mit CalDAV Anbindung, einem Email-Programm mit funktionierendem Drag-and-Drop für Anhänge. Von einem mit einem gemeinsamen Posteingang mal ganz abgesehen.

Von einem gescheiten, funktionierenden und mittlerweile nicht wieder eingestellten Twitter-Klienten will ich auch gar nicht erst anfangen.

Von so etwas, wie meinem Quick and Dirty, kann man nur träumen. Bis ich etwas gefunden habe, das TextExpander auch nur ansatzweise ersetzen kann. Ich bis ich es dann gescheit zum Laufen gebracht habe, weil es auch schon wieder seit Jahren nicht gepflegt wurde …

123 verschiedene Varianten, Desktop-Umgebungen und alle mit ihren ganz eigenen Lücken und Macken. Aber alle ohne gescheite, systemweite Autokorrektur und einem einzigen dazulernendem Wörterbuch.

Ja, das klingt alles trivial, für Vieles gibt es umständliche Notlösungen; meistens ohne GUI und wenn mit, dann aus Windows 95 Zeiten.

Aber das kann doch nicht sein? Das kann doch nicht mal Kummer gewöhnte Sekretärinnen befriedigen?

Ich mache mich ja gerne über die neuen Markdown Apps - also all die neuen Email Apps, die wie Pilze aus dem Boden sprießen, lustig - aber egal welche Variante man auch gerade ausprobiert: Ob mit K davor, einem L oder einem X oder eines mit Mintgeschmack, man landet immer wieder bei Thunderbird.

Und beim Firefox, der bis heute keine Webfonts anzeigen kann, Schriften nicht gescheit rendert und ansonsten auch nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit ist.

Und das will was heißen …

Wo wir gerade von Markdown und Pilzen reden: Diese Zeilen wurden in einem Programm geschrieben, das 2008 zum letzten Mal aktualisiert wurde, keine Vorschau hat, nicht drucken kann, kein Wörterbuch, keine Korrektur, keine zuletzt benutzte Dokumente und schon gar nicht so etwas wie Versions oder Resume - aber das mit dem Vollbild halbwegs hinbekommt, dabei nicht abstürzt und ohne Probleme installierbar war.

Bis ich es gefunden habe, habe ich drei Stunden im Terminal verbracht, Pakete in- und deinstalliert.

Ich hätte vor Freude weinen können. Weinen über einen Witz von Programm, das nichts kann, nichts tut - aber die Lüfter aus welchen Gründen auch immer meint anschmeißen zu müssen.

Und jetzt überlegt euch mal, was für grandiosen Programmen ihr schon nur einen Stern gegeben habt, weil die Icons nicht ganz so toll waren, es mehr als 99 Cent gekostet hat oder was auch immer.

Der beste Feed Reader für Linux im Jahre 2014 ist schlechter als mein Futter, welches ich für 10.3 als eines meiner ersten Programme überhaupt vor fast zehn Jahren geschrieben habe.

Und ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig, dass ich wenigstens meine Feeds lesen kann. Wie? Ihr fragt allen ernstes nach einer Sync-Integration? Man kann froh sein, wenn man eines mit eingebautem Witz an Browser findet, der auf einer uralt Mozilla Version basiert.

Quick-Look, gescheites Drag-and-Drop, gescheite Tastenkürzel, die ohne Monatsausflüge ins Terminal funktionieren, Gesten oder Icons nicht aus dem letzten Jahrzehnt?

Hey, ich bin schon froh, dass man endlich seinen Bildschirm unter Linux halbwegs gescheit kalibrieren und profilieren kann.

Dieses Profil dann aber in Gimp und Co mal so nebenbei einzubinden, eignet sich auch wieder hervorragend dazu, sich wochenlang vor der eigentlichen Arbeit zu drücken.

Mein popeliges, billiges Quick and Dirty macht das mit einem Klick.

Dieses Gimp ist eh so eine Sache. Da hat sich in zehn Jahren nichts - aber auch so gar nichts - an der grandios beschissenen Bedienung und Oberfläche getan.

So kann man doch nicht arbeiten! So kommt man doch nie aus Kassel raus!

Im Gegensatz (zumindest bei den allermeisten) zu eurem iPhone und eurem iPad - da ist so ein Computer ein Arbeitsgerät.

Also sollte das doch wohl auch ein Teil sein, mit dem man irgendwann dann auch mal zum Arbeiten kommt.

Ich schrubbe doch auch nicht mit der Zahnbürste die Küche. Ich streiche doch auch nicht mit einem Buntstift meine komplette Wohnung.

Aber bei Computern, da tun die meisten Menschen genau das. Und bezahlen dafür auch stellenweise nicht wenig Geld. Also in beiden Richtungen.

Für sich selber und für die Arbeit anderer.

Würdet ihr einen Elektriker, einen Installateur an eure Wohnung lassen, der mit einem Fisher-Price Werkzeugkasten daherkommt; aber einen Stundenlohn von 120 Euro ansetzt, weil das nun mal alles etwas länger dauert und anstrengender ist?

Also ich nicht. Ich würde allerdings ja auch nicht damit arbeiten wollen, wollen müssen …

Was ich dafür gerne würde, wäre diesem Linux-Trauerspiel mal etwas auf die Sprünge helfen.

Alternativen sind immer gut und Potential ist ja da. Nur müsste man mal diese Fisher-Price Mentalität ablegen und etwas Geld in die Hand nehmen und es gescheit machen.

Und das bedeutet, dass man sich mal um gescheite Entwickler-Werkzeuge kümmert. Ja, ich weiß – Eclipse hat jetzt ein Dark Theme und es gibt drei Beispiele für Qt. Bis der Scheiß halbwegs eingerichtet ist, hat Apple fünzig durchdachte Neuerungen in Xcode eingebaut. Und ich fluche täglich über Xcode. Und Apple, wenn Aktualisierungen mal länger als eine Woche brauchen.

Im Ubuntu Software Center dauert das schon mal Monate …

Gibt es eine Open-Source Lösung, wie man im Lotto gewinnt?

Glaubt mir, die Sekretärinnen Deutschlands würden es mir auf lange Sicht danken. Nur Kassel wäre damit vermutlich nicht wirklich gedient …

Geburtstag, hä?

Ich vergesse alles: Hochzeitstage, Wochentage und natürlich auch Geburtstage. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass heute nicht der Geburtstag des Internets oder Webs ist.

Wenn überhaupt, dann hat das ‘Web’ Geburtstag im Januar und man müsste von 1983 zurückrechnen; oder vor oder wie auch immer.

Ja, heute hat Tim Berners-Lee vor 25 Jahren einen Vorschlag unterbreitet und später den ersten Browser geklöppelt – aber das ‘Web’ bzw. das ‘Internet’ gab es schon. Im Januar 83 wurde nämlich das TCP/IP Protokoll ‘öffentlich’ und damit wurden die ersten Gebäude am MIT verbunden und diese später mit Harvard und dann ging es immer so weiter; bekannt unter dem Namen ARPANET.

Was wir heute als Web kennen, begann erst in den frühen 90igern und ja, zum Teil basieren auf Berners-Lees ‘Vorschlägen’ – dieses Word Dokument allerdings als Geburtsstunde zu bezeichnen, ist in meinen Augen falsch.

Wie so oft, brauchen wir es nur einfach: Tim Berners-Lee hat das Internet erfunden und es hat heute Geburtstag. Stimmt zwar beides nicht – aber feiern ist immer gut. Vor allem dann, wenn der größte Teil der Menschheit immer noch nicht den Unterscheid zwischen einem Browser, einer Webseite, dem Web, dem Internet und dem Facebook kennt.

Ob einem angesichts dessen, was wir – unabhängig von etwaigen Geburtsstunden – gerade mit dieser grandiosen Idee anstellen, wirklich zum Feiern zu Mute sein kann (oder gar sollte) muss ein jeder für sich entscheiden.

Ich persönlich finde, wir sollten es täglich feiern und uns dementsprechend auch aufführen …

Jetzt wisst ihr, was eure Gedanken wert sind

19 Milliarden für eines der beschissensten Apps des Jahrzehnts; inklusive gravierender Lücken. Nicht, dass ich nicht jedem Entwickler und Entwicklerteam Mondpreise gönne. Nur ging es hier nicht um irgend welche Zeilen Code. Es ging nicht mal um eine einzige Zeile Code.

Und ich wette, dass es nicht wenige gab, die sich gefreut haben, weil es dann 99 Cent billiger wird. Und dem ganz großen Rest wird es weiter am Arsch vorbei gehen.

19 Milliarden müssen irgendwann auch mal wieder reinkommen. Und die kommen aus eurem Adressbuch und aus eurem Kopf. Dazu noch ein paar Standorte und dann eure ganzen Gedanken und Worte.

Und wir kümmerlichen 0,0001 Prozent fragen uns immer noch, warum sich keiner über die NSA and Co so wirklich aufregen will.

Und nein, auch ich habe keine Lösung.

Allerdings gibt es auf Facebook nicht einen einzigen von Hand geschriebenen Eintrag von mir.

Und beschissene Software kommt mir nicht aufs iPhone (von manchen eigenen Test-Apps mal abgesehen) – schließlich geht es mir immer noch um Zeilen von Code.

Und ich bin mir relativ sicher, dass ich nicht beliebter (oder weniger unbeliebt) wäre, wenn ich all diese Instagrams und Pinterests der Welt fünf Stunden am Tag nutzen würde.

Ich habe nur im Laufe meines Lebens mühsam und oftmals schmerzhaft lernen müssen, dass sich alles rächt. Insbesondere dann, wenn man vorher schon gewusst hat, was man sich antut.

Und ich bin mir sicher, dass man dies 1:1 auf die gesamte Menschheit und komplette Generationen übertragen kann.

Spätestens, wenn Summen keinerlei Bezug mehr zu irgend etwas haben, sollte man doch hellhörig werden.

450 Millionen und täglich eine Millionen neue mehr, sprechen leider eine andere Sprache. Die meisten davon sind einfach zu jung, um die Sache mit Beta-Max und VHS mitbekommen zu haben.

Es ist ja nicht so, dass es nicht genug gescheite Alternativen gäbe, wenn man seine Gedanken an andere weitergeben möchte. Der Witz ist, es gibt da sogar genug ‘kostenlose’ darunter. Es kann also nicht nur eine Sache des Geizes sein.

Sorry – aber da bleibt für mich nur noch Dummheit oder Ignoranz über. Sollte jemand eine andere (bessere) Erklärung für mich haben, so nehme ich sie gerne. Denn – auch wenn es oft anders erscheint – ich glaube immer noch an das Gute im Menschen. Wir werden nicht dumm und ignorant geboren.

Vielleicht sind wir auch einfach nur kollektiv überfordert. Dinge, die gestern gültig waren, sind heute obsolet. So etwas hat sonst Jahrtausende oder Jahrhunderte gedauert.

Für jeden Scheiß braucht man die passenden Papiere und Belege. Nur Ficken und das Internet benutzen darf jeder einfach so.

Wenn ich mir die Meldungen von heute nach rund um diesen Deal so anschaue, dann bin ich eindeutig dafür, dass ihr euch bitte alle permanent gegenseitig bespringt und das Internet einfach ausgeschaltet lasst.

Das würde die Welt auf jeden Fall ausgeglichener machen und es käme keiner mehr auf die Idee, Mondpreise für eure Gedanken zu zahlen …

Wenn die Mutti scheißt, dann aber so richtig …

Und heute ist es dann mal auf die Mehrheit in diesem Land. Und mit Mehrheit meine ich nicht die vielen Menschen, die angeblich alle Mutti ganz toll finden und sie sogar noch gewählt haben und die keiner kennt.

Nein, mit Mehrheit meine ich wirkliche Mehrheit. Also ganz viele. So richtig viele. Und das hat in diesem Land ja schon Seltenheitswert.

Da dies ja dann demnächst greifbar ist, nicht so wie diese Totalüberwachung, könnte ja so etwas wie Hoffnung aufkommen. Wenn man es denn nicht besser wüsste.

Wie war das? Jedes Land bekommt die Regierung, die es verdient?

Aber bis sich dann doch herausstellt, dass das mit dem Genfutter keine so gute Idee ist, weil mit Gesundem Menschenverstand haben wir es ja nicht so, da ist die Mutti schon lange nicht mehr und die vielen Unsichtbaren und Unbekannten, die sie gewählt haben, können sich dann bestimmt nicht mehr erinnern oder sind alle an Krebs gestorben.

Und das dauert auch zu lange, als dass es sich lohnen würde, das Popcorn jetzt schon zu holen.

Obwohl, das gibt es dann ja demnächst direkt mit Zucker und vorgeploppt ab Feld. Das finden dann doch wieder alle toll …

Das wohl einsamste Mobile Gerät

Und jetzt mal alle die Hand hoch, die ihr iPad (oder sonstiges Tablet) tatsächlich tag-täglich dabei haben und wirklich benutzen.

Und mit benutzen meine ich jetzt nicht, auf dem Klo oder in der Badewanne schnell die Mails der Nacht vorsortieren oder, anstatt aus dem Fenster zu schauen, eines dieser 300 Wetter Apps zu öffnen.

Damit meine ich auch nicht abends im Wohnzimmer schnell noch mal auf Wikipedia nachzulesen, wo ‘die’ denn noch sie mitgespielt hat.

Ich wette, die allermeisten iPads und Tablets fristen ein ziemlich trauriges Dasein auf irgendwelchen Nacht- und sonstigen Beistelltischen; gewaltig unterfordert, wenn dann überhaupt mal hochgehoben.

Immer noch sind über 80 Prozent aller verkauften Tablets ‘Wi-Fi only’ Modelle. Mobil geht anders.

Ich glaube, wenn, dann sind nur noch einsamer die iPhone 5c Modelle in den App Stores dieser Welt.

Wie so oft kam nach dem Hype die Ernüchterung. Oder in anderen Worten: Konsum ist dann vielleicht doch nicht alles.

Und eigentlich braucht auch keiner neben dem Laptop und dem Smartphone noch ein drittes Gerät. Und nein, es braucht auch nicht wirklich jemand noch ein viertes am Handgelenk.

Natürlich haben sie ihren Nutzen. Als Erst- und Einzig-Gerät zum Beispiel. Aber das dritte Rad am Wagen ist nun einmal das einsamste – oder so ähnlich.

Vielleicht würde es helfen, wenn Apple endlich mal damit aufhören würde, das Teil künstlich zu beschneiden. So ein iPad Air könnte mehr; viel mehr.

Der Witz ist nur, dann würden es wieder weniger kaufen. Allerdings wäre es dann auch nicht mehr so einsam …

Und es ging ein Aufatmen durch die Puffs

Deutscher geht es doch wohl nicht mehr. Es wird nicht über inhaltlichen Schwachsinn und mangelnde Kompetenz gestolpert, sondern über das liebe Geld.

Es wird auch nicht über die unerträgliche Polemik, Faktenverdrehungen und schlichte Lügnereien in der Öffentlichkeit gerichtet, sondern über die ollen Steuern.

So lange du hier offiziell deine Steuern zahlst, kannst du der größte Arsch sein – aber wehe, du wirst beim Hinterziehen erwischt, dann konnte man dich noch nie leiden.

Und jetzt schaut ihr bitte alle mal auf euere letzte Erklärung und Voranmeldung und rechnet den Betrag, der ihr mehr oder minder halblegal ‘gewonnen’ habt um, auf das, was ihr einnehmt und besitzt.

Und jetzt rechnet das mal hoch auf ein paar Millionen und schon sind wir alle Steuerbetrüger- und Hinterzieher. Nur die Summen sind bei uns andere.

Können wir bitte endlich mal wieder dazu zurück gehen, Menschen an ihren Äußerungen, Kompetenzen und Leistungen zu messen und Ärsche als solche zu bezeichnen, komplett unabhängig davon, ob sie bei etwas aufgeflogen sind, was wir alle tun?

Die letzen Zuckungen des Journalismus - oder der Versuch einer Erklärung

Die letzten Tage ist wieder mal etwas sehr deutlich geworden: Der Mensch ist für das Internet nicht geeignet und Journalisten schon mal gar nicht.

Da hätten wir auf der einen Seite alle jene mit Twitter Account und der Timeline voll mit intelligenten, vorgeblich Bescheid wissenden und aktiven Menschen und auf der anderen Seite dieses Journalistanpack, welches wehmütig noch ein paar Flaschen Druckerschwärze im Keller zu stehen hat, um ab und an mal an ihnen zu schnüffeln.

Die einen verwechseln ihre Timeline mit der Realität und haben das Gefühl, dass ihre Meinung und die ihrer Follower, die in Wirklichkeit vielleicht 0,0000005 Prozent aller ‘mündigen’ Bürger in diesem Land ausmacht, ignoriert wird und auf der anderen Seite haben wir diese Menschen, die immer noch nicht (also in den letzten 30/40 Jahren) herausgefunden haben, wozu sie eigentlich mal das große Latinum gemacht haben und die Shitstorm automatisch mit den Oberdeppen verwechseln, die bei SPON und Co Kommentare hinterlassen.

Das ist vergleichbar mit dem, was bei mir und hier abgeht, wenn ich mal wieder auf einen Oberdeppen von ‘Kunden’ geraten bin und darüber blogge. Ich bin im Modus ‘Alle User doof’ und ihr unterstellt mir automatisch, dass ich aber auch alle User nicht leiden kann und schlecht behandle.

99 Komma irgendwas aller Nutzer sind nicht ganz so doof und bei den allermeisten weiß ich mich zu benehmen.

Eine Menge dieser SPON und Co Kommentatoren sind vermutlich großartige Tänzer, Fotografen oder Schreiner mit einfach nur zu viel Zeit und zu wenig Kinderstube. Aber auch die machen höchstens 0,0000005 Prozent aller ‘mündigen’ Bürger in diesem Land aus.

Daraus direkt Rückschlüsse auf alle Leser oder alle Menschen zu ziehen liegt nahe und ist menschlich, macht es aber nicht weniger falsch.

Versuchen wir uns doch mal in die Lage von Journalisten zu versetzen. Die verdienen stellenweise so gut wie gar nichts mehr, können jederzeit auf der Straße stehen und sehen große Teile des Internets nur durch das Backend. Also dem Teil, der vollgestopft ist mit Menschen, wegen denen die allermeisten von uns ihre Kommentarfunktion schon seit Jahren abgestellt haben.

Da könnte man es fast schon positiv sehen, dass ‘die auf der anderen Seite der Server’ noch versuchen, zusammen zu halten und sich nicht noch gegenseitig die Augen auskratzen.

Hey, ruhig Brauner! Ich sagte doch fast!

Und dann sind da noch wir, die wir SPON und Co nur noch mit Ad-Blocker ansurfen und unsere 0,0000005 prozentige Weltansicht als einzig geltende auf knapp vor die 100 Prozent hochgebubbelt haben und bei der kleinsten ‘Meinungsverschiedenheit’ den Abgesang auf den Journalismus anstimmen.

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der meine Meinung von Google und Facebook gesponsert wird, bzw. nur noch freigeschaltet wird, wenn sie der Allgemeinheitsbubble entspricht.

Dinge, die seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten so OK und eingebürgert waren, ändern sich jetzt in einer Geschwindigkeit, für die wir Neandertaler nicht gedacht sind. Und der Witz dabei, geändert werden sie von 0,0000005 Prozent, die automatisch erwarten, dass der festgefahrene Rest kuscht und dann ganz verwundert sind, wenn dieser so reagiert, wie wir alle in gleicher Situation: mit Trotz und Ignoranz.

Fragt sich wieder mal, wer vermessener ist. Oder arroganter.

Ja Brauner, ich weiß! Man muss sich anpassen können!

Noch nie in der ganzen Zeit, in der wir aufrecht gehen können, hat sich die Mehrheit an die popeligen 0,0000005 Prozent angepasst, weder haben diese 0,0000005 Prozent jemals so laut krakeelen können.

Diese verschwinden geringen 99,999905 Prozent haben ganz andere Sorgen als wir. Und solange wir die nicht anerkennen und ihnen angemessen begegnen, da bleiben wir ein kleiner Shitstorm; vermutlich wohl zu Recht.

Und so lange wir nichts für den Erhalt von gutem Journalismus tun, so lange haben wir auch kein Recht, nur auf ihn einzudreschen …

Des Volkes Stimme; heute mal in höhnischem Gelächter

Shitstorm hier, Kakerlaken da und dazwischen ein bisschen Elend weit weg. Das ist das, was wir tag-täglich in den Nachrichten serviert bekommen. In der Reihenfolge. Anstatt gescheit zu berichten, macht man sich zu Brüdern im Geiste mit absoluten Nullnummern und der Rest wird bei Reuters eingekauft.

In einer Randnotiz, Tage später, habe ich dann mal gefunden, was die Europa-Abgeordneten von ihrem Wahlvieh halten:

Nichts bis noch etwas weniger.

Da haben doch tatsächlich diesen bescheuerten eCall Schwachsinn durchgewunken. Und zwar als Zwang! Mit überragender Mehrheit. Also das Parlament, welches angeblich so entrüstet und enttäuscht war, dass es überwacht und ausspioniert wurde, verhindert, dass wir ab 2015 die Totalüberwachung mit Fernlahmlegung abschalten können.

Ich konnte in keiner deutschen ‘Zeitschrift’ darüber etwas finden. Winfrieds Wutgebell ist da wichtiger.

Verraten und verkauft, von den Menschen, die es besser wissen. Aus eigener Erfahrung und die ‘unseren’ Willen zu vertreten haben. Und die, deren Job es ist, darüber zu berichten, sind mit kollektivem Drei-Affen-Gehabe beschäftigt.

Der durchschnittliche Lanz-Zuschauer zahlt garantiert auch noch lächelnd für den Scheiß einen Tausender mehr; weil es schön sicher macht.

Die EU hat keinerlei Beschränkungen für die Daten mit verabschiedet, noch sich um die kritischen Stimmen gekümmert, geschweige denn die jeweiligen Verfassungen beachtet.

Ab sofort muss man sich dann seine Autos aus Schweden importieren. Die sind die einzigen, die das Abschalten erlauben!

Oder man fährt gleich nur noch Oldtimer. Bis an sein Lebensende. Das macht eh glücklicher und ist billiger.

Aber so lange das Glanzpaket nicht teurer wird, die Benzinpreise verkraftbar sind und das Roaming billiger wird – ein Hoch auf die EU und unsere grandiosen Journalisten, die die neue C-Klasse testfahren durften …

217.646 Menschen ohne Fernbedienung

Ich übe mich heute mal in etwas, was ich ja so gar nicht mag und beherrsche. Ich versuche etwas positiv zu sehen und das, wo man ja eigentlich nur mit dem Kopf schütteln kann.

Den Kopf darüber, worüber Menschen sich aufregen können. Den Kopf darüber, was sie unterzeichnen und was nicht (ich sage nur Vorratsdatenspeicherung oder Selbständige). Den Kopf darüber, wie die vermeintlichen Journalisten dieses Landes mit der ganzen Sache umgehen. Oder vor allem darüber, was Menschen überhaupt schauen.

Aber nein, darum soll es – zumindest jetzt – nicht gehen.

Knapp 220.000 Menschen entsprechen grob einem Fünftel seiner durchschnittlichen Zuschauer (nein, nicht bei Wetten Dass). Lassen wir mal außen vor, dass bei denen natürlich auch einige dazwischen sein werden, die ihn per se nicht leiden können und somit schon vorher Gebrauch von der Fernbedienung gemacht haben; vermutlich auch Samstag abends – das sind eine Menge.

Gerade, wenn man bedenkt, dass wir hier von ‘Deutschen’ reden. So lange der eigene geleaste Mercedes und die unbegrenzte Vorfahrt nicht in Gefahr sind, da sind wir ja dann doch eher träge.

Ja, einen Browser zu öffnen und kurz mal was ankreuzen ist so gar nicht ohne. Es gab ja nichts direkt zu gewinnen oder umsonst.

Was die meisten pawlowisch direkt lanzezückenden (ja, musste sein) ‘journalistischen’ Beisteher dabei übersehen ist, dass es gar nicht mal so sehr um die ‘journalistische’ Lachnummer Lanz geht, dass also von den 220.000 vermutlich nur eine verschwinden geringe Anzahl von Menschen ihm persönlich Senk-Spreiz-Füße an den Hals wünschen, sondern um etwas ganz anderes.

An diesem – eigentlich ziemlich lächerlichem – Beispiel zeigt sich etwas ganz anderes. Mit Gulaschsuppe ist es nämlich nicht mehr getan. Zumindest nicht mehr lange. 220.000 verwechseln eine Rentnerberuhigunsshow nicht mehr mit ‘Journalismus’. 220.000 (ja, minus ein paar, die immer gegen alles sind und weiße, eng geschnittene Hemden nicht leiden können) haben die Augen noch lose mit dem eigenen Resthirn verbunden.

Da ist es kein Wunder, dass auf der ‘anderen’ Seite die nerven blank liegen. Ich finde, dass kann man mal positiv sehen. Zumindest positiver als das, was es einem zum Kopfschütteln bietet.

Das größte Problem hier (und eigentlich überall) ist nämlich nicht der hauseigene personifizierte Status-Quo des ZDF, sondern der so gut wie nicht mehr vorhandene Journalismus als solcher. Und sorry – aber kein Internet der Welt kann den ersetzen.

Wir leisten uns ja den Luxus – und das meine ich nicht nur hier jetzt, weil ich alles in rosarot packe – des öffentlich-rechtlichem ‘Journalismus’ mit eigentlich gutem Grund. Ginge es nach mir, dann dürfte der das Doppelte kosten und sollte mindestens drei richtige Zeitschriften beinhalten. Und lieber Herr Thadeusz, ja, das gibt mir und jedem anderen sehr wohl das Recht mitzureden. Und so eine bescheuerte Petition ist eine Form des Mitredens, des Protestes. Dass Ihnen das nicht schmeckt, ist klar. Um mal beim im Internet zu bleiben: Live with it!

Wenn 220.000 Menschen in diesem Land mehr Qualität einfordern, dann ist das ein Grund für einen Freudentanz. Und es ist mal wieder so typisch, dass die Berufsgruppe, die sich eigentlich am meisten darüber freuen müsste, schließlich geht es um ihre Ärsche, die haben mal wieder keinen in der Hose und stellen sich auf die selbe Stufe wie diese Samstagsabendsluftnummer.

Tja, wir haben eine noch viel bessere Waffe als unsere Fernbedienung. Unseren Browser. Neben doofen Petitionen ansurfen kann man sich nämlich auch dafür entscheiden, bestimmte Seiten erst gar nicht aufzurufen. Und das betrifft nicht nur die Berliner Zeitung.

Schon klar, dass man die Hand, die einen füttert, nicht beißt. Zu doof nur, wenn man dabei übersieht, wer einen wirklich füttert.

Drum mache ich jetzt hier etwas, was ich noch nie gemacht habe. Ich rufe jeden auf, der es noch nicht getan hat, an dieser selten blöden Petition teilzunehmen. Lasst es 2 Millionen werden. Wegen mir auch 20.

Ein kleines bisschen mehr Qualität hat noch niemanden geschadet. Wenn man sich dazu völlig bescheuerter Mittel bedienen muss – warum nicht …

Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!