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Über Prenzlbergeltern, Masern und fehlende Kühe

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Es ist Mittwoch, die Sonne will nicht so richtig und ansonsten ist es auf Twitter auch eher langweilig. Drum nur für euch jetzt direkt etwas zum Gift und Galle spucken:

Ich wohne (also fast wirklich direkt) am (und nicht auf dem) Prenzlberg und ich bin ein Impfgegner. Das darf man ja momentan gar nicht mehr laut sagen – nachdem das die letzen Jahre bis Jahrzehnte in war, ist es jetzt innerhalb von ein paar Wochen zum Mordaufrufgrund geworden.

Weiter kommet man mit der Beichte auch nicht mehr, denn schon findet man sich aufgespießt auf der nächsten Mistgabel wieder.

Sollte tatsächlich jetzt noch jemand weiterlesen – hier ist der Zweite Teil und der beginnt mit einem Aber:

Aber damit meine ich nicht die ‘wichtigen’ Grundimpfungen – ich meine diesen Schwachsinn mit Grippe und Co. Aber wie bei Allem machen wir uns ja alle nicht mehr die Mühe Unterscheidungen zu treffen, Menschen ausreden zu lassen und Fakten suchen wir uns auch nur noch nach dem aus, was zu unserem eingeschränkten Weltbild passt.

Masern, Mumps, Röteln, Autismus, Impfschäden, Kindersprechstunde, Prenzlberg, Kaiserschnitt und fehlende Kühe. Da kann doch keiner mehr Durchblicken; schon gar nicht auf Twitter, Facebook und in den Foren dieser Welt.

Aber der Reihe nach:

Dass die MMR-Impfung Autismus fördern/auslösen kann wurde schon vor Jahrzehnten widerlegt, dem Arzt, der ein Patent auf einen vermeintlichen Alternativimpstoff angemeldet hatte wurde über seine aus den Haaren herbeigezogenen ‘Beweise’ auch längst die Zulassung entzogen. Dennoch hält sich dieser Schwachsinn heute noch.

Ja, es gab und es gibt immer noch ‘Impfschäden’ – aber schon seit Ewigkeiten nicht mehr wegen seit Jahrzehnten erprobten Impfmitteln gegen Masern, Mumps, Röteln, Wundstarrkrampf, Tollwut und Co. – aber auch das scheint keinen so wirklich zu interessieren.

Natürlich wird mit ‘Impfungen’ Schindluder betrieben – von vermeintlich erwachsenen Menschen mit Kindern sollte man aber erwarten können, dass die nicht alles über einen Kamm scheren und sehr wohl unterscheiden können sollten, was sinnig ist und was reine, unausgereifte Geldmacherei ist – auch wenn unsere eigene Regierung das nicht hinbekommt.

Was in dem anscheinend immer noch beliebten gelbem Buch (Kindersprechstunde) steht, wird auch heute noch aus dem Kontext gerissen und sich so zurecht gedreht, dass es wieder passt. Ich kenne keine Krankheit, die wegen der MMR-Impfung auf einmal ausgebrochen ist und deren Stellen eingenommen hat.

Kommen wir zum Prenzlberg, den Kaiserschnitten und den fehlenden Kühen:

Mal von überbreiten Kinderwägen, einer ungewöhnlich hohen Ansammlung von vermeintlich laktoseunverträglichen Menschen und all den anderen grandiosen Vorurteilen abgesehen – da eignet sich das schon wieder auf dem absteigenden Ast befindliche Viertel nämlich wunderbar als ein Paradebeispiel dafür, was so alles in einer Gesellschaft schief laufen kann.

Und damit wären wir in der Anthroposophischen Krabbelgruppe angekommen und meiner kleinen Meinung nach beim eigentlichen Problem, das noch viel schwerer wiegt als aller Schwachsinn von betrügenden englischen Ärzten, fehlgeleiteten Radgebern und idiotischen Eltern mit eigenem YouTube Channel zusammen:

Den fehlenden Kühen; oder eher dem drumrum um die Kühe. Sprich der Bauernhof mit den anderen Tieren und vor allem den großen Familien mit Geschwistern, Eltern und Großeltern. Und ja, so als Berliner hatte man es auch früher etwas schwerer mit den Kühen – nicht aber so mit den vielen Menschen, den Geschwistern und der Oma.

Ja, ich weiß – nur wirres Zeug. Aber bleibt noch für ein paar Absätze bei mir. Denn jetzt kommt auch noch das mit dem Kaiserschnitt. Ja, genau. Es ist nicht nur eine Sache. Es sind so viele Dinge. Und die kommen mal mehr und mal weniger zusammen. Und dann potenzieren die sich. Erst recht auf kleinem Raum. So groß ist der Prenzlberg nämlich gar nicht. Dafür gibt es den in jeder etwas größeren Stadt (nicht nur in Deutschland) in ähnlicher bis identischer Form.

Ein gelbes Buch, 23 weitere Ratgeber, 47 Abende in der Elterninitiative und 128 verschiedene Webseiten können keine Mama, keine Oma, keine gewachsene Familie unter einem Dach, kein Dorf ersetzen. Im Gegenteil.

Wir haben uns in kürzester Zeit – für einen Menschen sind fünfzig Jahre verdammt kurz, wenn denen hunderte und tausende gegenüber stehen – so dermaßen weit von dem entfernt, was wir gewohnt sind, was natürlich ist.

Ja natürlich immunisiert eine ‘durchgestandene’ Kinderkrankheit um Längen besser als jeder Impfstoff. Und diese Immunisierung geben wir an unsere Umgebung ab und weiter. Nur schützt eine Impfung immer noch besser (sprich: untödlicher) als gar keine Impfung. Erst recht in einer Umgebung, in der die wenigsten diese Krankheit überhaupt noch durchgemacht haben. In einer Umgebung, in der man alleine und überbehütet und von Sagrotan-Wolken umgeben aufwächst.

In einer Umgebung, in der immer mehr Kinder per Kaiserschnitt zur Welt kommen. Die erste Immunisierung, die wir im Leben ‘abbekommen’ – die geschieht bei der Geburt, wenn wir auf natürliche Weise das Licht der Welt erblicken. Das ist natürlich nur ein kleiner Faktor in dem Ganzen – aber es hängt alles zusammen. Und auf engstem Raum potenzieren sich solche Dinge.

Rechnet die Mangel- und Fehlernährung hinzu, die wir uns seit Jahrzehnten in unserer ach so zivilisierten Gesellschaft antun; und nein, jetzt seit ein paar Jahren in die LPG zu rennen, kann das nicht wett machen. Ist natürlich auch wieder nur ein kleiner Faktor.

Aber zusammen, da treffen in so einer Anthroposophischen Krabbelgruppe so verdammt viele Einzelkinder von Eltern zusammen, die es zwar gut meinen – aber so gar keinen Rat, ja so gar keinen Halt haben, so gar keine Menschen um sich herum haben, die noch mit Kühen unterm selben Dach aufgewachsen sind. Und da Gleich und Gleich sich auch im Geiste so gerne gesellt.

Es ist ja schön, dass jetzt alle nach Aufklärung schreien. Aber wie so oft, wird wieder viel zu kurz angesetzt. Die Impfung – oder eher die Nicht-Impfung – ist ja nur so ein kleines Rädchen im Getriebe, dass schon viel zu lange in die falsche Richtung rotiert.

Was dem Prenzlberg fehlt ist nicht noch ein Espresso-Maschinen-Laden, es ist Gesunder Menschenverstand. Und den gibt es nicht auf Twitter, YouTube (dem Netz insgesamt) und auch in keinem Radgeber für vegane Single-Mütter und Väter mit Karriereträumen.

Den haben wir früher mal (mehr und mal weniger) von Oma und Opa und im Dorf (und das meine ich jetzt ziemlich einwohneranzahlunabhängig) nebenbei mitbekommen. Genau so, wie ein robusteres Immunsystem.

Und damals konnten Kinder dann dank Oma und Co auch gescheit zu Hause bleiben und sich auskurieren. Heutzutage kannst du ein Kind von motzenden und zeternden Eltern Mittwochs mit 40 Fieber und vor grüner Rotze triefenden Nasen im Kindergarten abholen lassen und du kannst deinen Arsch drauf verwetten, dass die hochgebildeten (hüst) Akademiker Eltern die arme Sau (oder Säuin) am Donnerstag direkt wieder morgens um sieben im Kindergarten abliefern.

Aber sie können drei Stunden pro Elternabend eloquent erklären, warum ihre Sau nicht geimpft ist …

Apple, hier ist ein Liste

der Dinge, für die du ein klein wenig deiner gehorteten Unsummen verwenden könntest:

· stell ein paar Leute ein, die das mit der Cloud und dem Web und so verstanden haben

· stell ein paar Leute ein, die das mit der Sicherheit und der Zügigkeit verstanden haben

· stell Unmengen an Psychiater ein, die euch diese panische Angst vorm Verlieren austreiben

· denn dann könntet ihr euch mal wieder entspannen und die seit Jahren angesammelten Bugs fixen

· stell noch mehr Therapeuten ein, die euch klarmachen, dass wir Stabilität brauchen, nicht Features

· verdoppel doch mal die Anzahl der Menschen, die die Apps begutachten (von zwei auf vier oder so)

· gib den armen Säuen dann endlich auch mal eine gescheite Ausbildung und etwas Hirn mit

· stell eine Handvoll ein, die durch die App Stores gehen und alle Kopien, Diebstähle und die 90 Prozent Schrott aussortieren

· die App Stores alleine machen mehr Geld als gesamt Hollywood zusammen, da könnte man die endlich mal gescheit machen – meint ihr nicht?

· und verdammt noch mal, verdoppelt das Gehalt der armen ChinesInnen, das kleine Sümmchen fällt bei deinen großen Zahlen doch gar nicht auf

Liebe Griechen,

ich bin stolz auf euch. Ich weiß, das ist ein doofes Wort und auch nicht so wirklich passend und eventuell auch überheblich – aber mir ist nichts Besseres/Treffenderes eingefallen.

Wenn ich mich recht entsinne, dann hat man uns hier in Deutschland früher in der Schule – zumindest noch in Theorie – beigebracht, was Demokratie bedeutet und wo sie mal herkam.

Ich bin zynisch, oft nur am Meckern und noch viel öfter dagegen – aber darunter verbirgt ich ein kleiner Optimist. Und wenn ein Anflug von Rückbesinnung, ein Hauch von Demokratie ins Ursprungsland zurück kehrt, dann finde ich das gut und sehe das positiv.

Noch positiver sehe ich, wenn sich Politik und Medien gleichzeitig vor einer ‘linken Renaissance in Europa’ fürchten und mit allen unmöglichen Mitteln dies als etwas Schlimmes/Schlechtes hochstilisieren wollen.

Da kann man nur hoffen, dass sich das alle andern Länder in Europa (und der Welt) euch als Vorbild nehmen. Egal, was da jetzt bei rauskommen wird – eines wird bleiben:

Das Wissen, dass man Zeichen setzten kann, dass man was tun kann; selbst mit einer popeligen Stimme. So unterbewertet, wie wir uns das selber immer wieder einreden, um ja nichts ändern zu müssen, ist die nämlich gar nicht.

Die, die da jetzt wie die aufgeschossenen Hühner durch Brüssel und Berlin huschen, die wissen dies sehr wohl. Es wird Zeit, dass der Rest sich das auch endlich mal wieder sagt.

Und nein, ich mag es so gar nicht, wenn man Optimist durch Naivling ersetzt …

Die Presse in Zeiten der Hysterie

Es gab mal eine Zeit, die ist auch noch gar nicht so lange her, da haben die Journalistenkrähen gegenseitig Rücksicht auf die Augen der anderen genommen.

Das fand und finde ich auch auch immer noch bemerkenswert in einer Zeit, in der Journalismus nur noch als Lückenbüßer zwischen den bezahlten und gesponserten Beiträgen und den Klickhuren stattfinden kann.

Und dann las ich eben gerade dieses hier: Die “Verschwörung” von Paris. Und das ist ja nicht das erste Beispiel dieser Art in letzter Zeit.

Jetzt mal völlig vom Inhalt und dem Umgang mit Presse, Berichterstattung abgesehen, so finde ich das doch schon erstaunlich. Ist es jetzt also soweit? Sind wir im Endstadium angekommen?

Von ‘der Presse’ – egal zu welcher Seite sie auch neigen mag – erwarte ich auch im Jahre 2015 und selbst beim Wasser bis zum Hals, dass sie weiß, was sie tut und wo sie zündelt.

Nein, alles rund um BILD bezeichne ich nicht als Presse. Aber von einer taz kann ich erwarten, dass sie sehr genau weiß, was sie mit solchen Aktionen anrichtet – gerade in dieser Woche, gerade in dieser angespannten Lage.

Der größte Irrglaube unserer Zeit und unsere Generation ist ja, dass wir angeblich mündig, aufgeklärt und allwissend sind – dem Internet sei Dank.

Die, die es besser wissen müssten, die, die eigentlich fundiert genau gegen diese falsche Annahme anschreiben müssten, die, die dieser grassierenden Kurzzeitauffassung wohlgewählte Worte entgegen setzen müssten – die sollten eigentlich den Weitblick haben und verstehen, dass sie sich mit solchen Aktionen keinen Gefallen tun.

Bisher hatte ich immer noch (die mit großer Wahrscheinlichkeit naive) Auffassung – oder eher Hoffnung – dass all jene, die das letzte Bisschen Restscheindemokratie mit ihrer Berufung und ihren Worten zusammenhalten müssen, kapiert haben, dass sie im selben Boot sitzen.

Ich weiß, man darf es nicht sagen – aber das Wort Lügenpresse kommt ja nicht von ungefähr. Natürlich wird es von den falschen Menschen missbraucht. Aber wie bei Allem gibt es einen Kern; in aller Regel inklusive Pudel.

Die Antwort auf allgemeine Verdummung, allgemeines Ablehnen kann und darf nicht sein, in das gleiche missgestimmte Horn zu stoßen. Warum muss man sich, wenn man es eh schon so verdammt schwer hat, auch noch gegenseitig – und damit sich selber – ein Bein stellen?

Eure verdammter Job ist die Aufklärung! Und das ist wohl mit der wichtigste Job, den man in diesen selbstverblendeten Zeiten haben kann! Ihr habt ihn euch ausgesucht! Und ja, es gibt immer noch vereinzelt Menschen, die euch dafür dankbar sind und sogar dafür zahlen. Euer Job ist aber eben nicht, nur für diese zu schreiben. Euer Job ist für alle zu schreiben; und vor allem für jene, die es so dringend und bitter nötig haben.

Und was die am Nötigsten haben ist nicht das, was sie meinen schon zu kennen und was sie überhaupt erst hat abstumpfen und sich abwenden lassen.

Kriegt verdammt noch mal euern Arsch endlich hoch und eure eigenen Köppe aus selbigem! Viel Zeit bleibt wahrlich nicht mehr!

Und Hysterie hat man noch nie erfolgreich mit noch mehr Hysterie bekämpfen können …

Die Bankrotterklärung

Jetzt ist es also so weit. Im Jahre 2015 ist es gesellschaftsfähig mit dem Abschaffen der Grundrechte nicht nur vor die Mikrofone, sondern auch in den Wahlkampf zu ziehen.

Das erste Mal, dass so etwas wie ein Minimum an Rechtsschutz gewährt wurde, geschah im Jahre 1215 in dem Land, das jetzt genau tausend Jahr später vollkommen am Durchdrehen ist.

Nun kann man natürlich darüber streiten, dass weder in der Magna Carta, noch in den nachfolgenden Schriftwerken etwas zum Recht auf Privatsphäre festgehalten wurde – allerdings sollte sich wohl ein jeder von uns mittlerweile darüber im Klaren sein, was passiert, wenn der Staat (oder genauer, die mit der Macht – schließlich ist das seltenst identisch) alles über jeden weiß. Erst recht in einem Zeitalter, in dem das Manipulieren und Missbrauchen von Daten und Dokumenten nicht einmal mehr Kenntnisse oder Fähigkeiten voraussetzt.

Und damit haben wir verloren. Das ist die Bankrotterklärung. Das ist der Untergang des Abendlandes. Nicht irgend eine vermeintliche Religion oder Überfremdung.

Und nein – damit haben nicht die paar armen Säue gewonnen, die sich in die Luft sprengen lassen oder blind um sich schießen. Gewonnen haben all jene, die diese armen Säue vorschicken.

Kaum ein Mensch mit Bildung, unversehrter Kindheit und Perspektive bombt sich durch die Gegend und in die Luft. Dazu lassen sich nur die wirklich ganz armen Säue instrumentalisieren; die, die verquere Ansichten und Ideologien mit Religion verwechseln.

Und die, die dahinter die Fäden aufs Perfideste ziehen, die wissen um den Unterschied sehr wohl und sehr genau.

Und das sind genau die, die sich jetzt bei solchen Äußerungen von westlichen Marionetten der vermeintlichen Macht hämisch die Hände reiben; wohl wissend, dass die satten, trägen und ängstlichen Abendländer so ziemlich alles mit sich machen lassen, wenn man es ihnen nur richtig verpackt und sie nicht in ihrer Bequemlichkeit stört.

Ich habe keine Ahnung wie viele Millionen Menschen, die dem Islam angehören, die den Islam als Religion haben, in den letzten Jahren für genau solche Rechte, Freiheiten und Werte auf die Straße gegangen sind, ihr Leben dafür gelassen haben und von uns im Stich gelassen wurden. Ich habe aber eine ziemliche genaue Vorstellung davon, wie kümmerlich klein das Häufchen derer bei uns ist, die für die Erhaltung dieses Rechte, Freiheiten und Werte kämpfen.

Und das macht mir mehr Angst, als jede Religion, als jeder Volldepp mit Sprengstoffgürtel und Kalaschnikow jemals können wird …

Das ist keine Karikatur

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Das ist menschliche Größe. Hut ab davor. Und wer das nicht verstehen kann und tatsächlich immer noch behauptet, dass man ‘so etwas’ nicht machen sollte oder gar darf – der ziehe bitte den Stecker, gebe seinen Autoschlüssel ab, stecke den Fernseher ab und fange an Holz zu sammeln, denn im Mittelalter ist es ziemlich ungemütlich …

Das letzte große Abenteuer des domestizierten Sitzpinklers

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Meine Höhle hat 200 qm, Fußbodenheizung und Fenster rundherum. Säbelzahntiger verirren sich eher selten ins Dachgeschoss und DHL-Männer stellen im Allgemeinen auch keine wirkliche Bedrohung dar.

Ich muss auch nicht tagelang und hunderte von Kilometern durch die Gegend streifen, wenn der Magen knurrt. Im Umkreis von 100 Metern habe ich sieben Sushi Bars, unzählige Inder, Italiener und argentinische Steak-Häuser, die so gute Chemikalien ins Fleisch spritzen, dass ich mir wirklich einbilden kann, es käme direkt vom Feuer. Was wir hier nicht haben, ist eine gescheite Dönerbude – aber das ist eine andere Geschichte.

Und wenn ich etwas Warmes neben mir auf dem Fell Bett haben möchte, dann kann ich es mir auch sparen, die große Keule herauszusuchen und sie drei Höhlen weiter zu schwingen und bis drei zu zählen. Ich muss nur das MacBook aufklappen, die Kreditkarte zücken und ich bekommen etwas vollkommen haarloses (nein, nicht auf dem Kopf) direkt vor die Türe chauffiert.

Mein Leben ist die pure, portionierte Langeweile. Ich bin kein Mann mehr. Ich habe keine wirklichen Abenteuer, keine wirklichen Aufregung mehr.

Mir bleibt nur ein allerletztes Aufbäumen übrig. Eines, an das ich mich verbittert klammern kann, direkt klammern muss.

Ich domestizierter Sitzpinkler verweigere mich einfach und beharrlich nach dem Weg zu fragen. Ich gehe sogar noch eins weiter und bringe das Navi erst gar nicht an der Scheibe an und verbanne es in den Kofferraum oder die Armlehne.

Ich bin der pure Rock’n Roll, während ich in fremden Städten für Stunden im Kreis fahre. Wer nicht ankommt, der fühlt sich frei. Wer zu spät kommt und nachtanken muss, ist ein ganzer Kerl.

Und wenn Mann gerade nirgendwo hin muss, wo Mann sich nicht auskennt, dann kann Mann immer noch ins IKEA fahren, die Pfeile gegen den Strich entlang laufen und in der Markthalle garantiert nicht um Hilfe fragen, wo Mann denn nun die Dreierpackung JÄMKA findet, die Mann der Finanzministerin mitbringen soll.

Doof ist allerdings, wenn Mann mittlerweile im Umkreis von 400 Kilometern selbst die kleinste Sackgasse kennt.

Das Ende vom Mann ist nicht die Emanzipation, ist nicht der Feminismus.
Das Ende vom Mann ist, wenn die Straßen ausgehen.
Das Ende ist, wenn Mann verdammt noch mal weiß, was diese blöden JÄMKA Dosen überhaupt sind …