10 Years of Making Apps

Extremisten aller Länder, vereinigt euch!

Und ich wette, selbst jetzt sondern die üblichen Verdächtigen einen Witz an Blogeintrag – ja, genau so ein Ding, wie dieses hier – ab, ein paar reißen einen Witz auf Twitter und dann gibt es wieder ‘business as usual’ auf allen Kanälen.

Dabei wäre es doch so einfach. Es mussten ab sofort einfach nur alle drei Milliarden Internetbenutzer täglich einmal nach Tor, Tails und Co. googeln. Dann wird halt der Misthaufen Heuhaufen einfach künstlich erhöht, bis er zusammenbricht.

Dann kaufen wir vorher alle noch Aktien von diesen ganzen Storage-Firmen und lachen uns ins Fäustchen.

So hat man vor ein paar Jahrzehnten mal den gesamten Ostblock in den Ruin getrieben, wäre doch gelacht, wenn wir das mit den Spinnern aus Übersee nicht auch hinbekämen …

Umsatz 2015

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Seit dieser Woche sitze ich an der kommenden großen Aktualisierung von Umsatz und Bill. Ich fange damit eigentlich immer schon im Frühjahr an – nur musst ich jetzt mit dem Erscheinen der ersten Vorabversion von OS X Yosemite das meiste wieder in die Tonne kloppen, da sich dieses Jahr dann doch einiges mehr tut, als die Jahre davor und ich 10.7 bis 10.10 unterstützen muss.

Es soll also unter vier verschiedenen Systemversionen nicht nur fehlerfrei funktionieren, sondern auch noch aussehen und bedienbar sein.

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Und das ist mit den Änderungen, die mit 10.10 kommen, gar nicht mal so einfach. Auch muss ich dieses Jahr schon Ende Herbst fertig werden, da die aktuellen Versionen nicht unter Yosemite benutzbar ist; es kann zu Problemen mit der Datenbank kommen – und ich mal ganz stark davon ausgehe, dass ihr nicht drei Monate warten wollt, bis 2015 ist.

Was ihr hier seht sind aller erste Experimente, wie man die Oberfläche noch einfacher und übersichtlicher machen kann, bzw. könnte. Das alles wir nicht mindestens 3000 mal in die Tonne gekloppt, bevor ich nachts schlafen kann, ohne um drei Uhr morgens aufzustehen, weil ich von einer Verbesserung geträumt hatte und diese natürlich sofort in die Tat umsetzen muss.

Und ja, natürlich habe ich auch dieses Jahr wieder brav zugehört und es wird ein paar finge geben, die euch das Leben noch einfacher machen werden.

Aber das Tollste wird eindeutig das neue Icon für die Voranmeldung sein :–)

Umsatz 2014 Webseite
Umsatz 2014 herunterladen

Aktualisierungen für Umsatz Pro und Standard erhältlich

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Ab sofort könnt ihr die neusten Versionen von Umsatz Pro und Standard laden. Es gibt kleinere Fehlerbehebungen unter der Haube, Verbesserungen beim CSV und MoneyMoney Import, sowie Anpassungen an die kommende Mavericks Aktualisierung.

Wie immer, dauert die App Store Variante etwas länger, da diese erst durch die Appplesche Begutachtung muss; das dauert momentan rund eine Woche …

Umsatz Webseite
Umsatz herunterladen

Was uns das Amazon Phone deutlich macht

Es ist jetzt schon einige Tage her - aber so sehr ich mich auch bemühe, ich kann nicht einen einzigen Bericht finden, der rundum begeistert vom Fire Phone ist.

Die allermeisten meckern über den Preis und viele über die Mittelmäßigkeit der Hardware; wobei das ja eher übertrieben ist. Die Hardware ist gar nicht mal so schlecht und den meisten Anwendern geht das in der täglichen Nutzung eher am Arsch vorbei.

Auch ich gehe davon aus, dass das Teil - genau so wie die Fire Tablets - eher unterdurchschnittlich gekauft wird, auch wenn uns Amazon natürlich wieder das Gegenteil erzählen wird.

Für eines ist das Teil aber gut, denn es zeigt uns etwas ganz deutlich. Das, was es uns zeigt ist dann wieder nicht so gut - aber auch das geht denn allermeisten Menschen deutlich am Arsch vorbei.

Es zeigt uns, wie sehr wir uns innerhalb von nur ein paar Jahren von zwei Firmen abhängig gemacht haben und uns täglich immer weiter abhängig machen.

Amazon verwendet für die Fire Dinger einen eigenen Android Fork und zwar in der Variante, die Google ja so gar nicht gerne sieht.

Jeder darf sich Android forken, wenn man es aber zu mehr als dem nackten Telefonieren und SMS verschicken auf einem Telefon verwenden will, dann muss man Googles ziemlich engen und starren Regeln folgen - andernfalls fallen eine Menge Funktionen und Layer weg; der Play Store oder Maps sind dabei nur die Spitze des Eisberges.

Ja, innerhalb Chinas sieht das ein wenig anders aus; da sind die allermeisten Google Dienste aber eh blockiert oder nur sehr verkrüppelt vorhanden und es gibt sehr gute lokale Alternativen. Dort gibt es größere Forks, die ohne diese Google Dinge auskommen.

In der westlichen Welt - um das jetzt mal so plump auszudrücken - funktioniert das einfach nicht. Es gibt nicht einen einzigen ‘gescheiten’ Fork, der es auf ein Telefon geschafft hat, das sich wirklich verkauft und nicht doch Googles Regeln folgt.

Nur um das kurz klar zu stellen: CyanogenMod hält sich an diese Regeln; von Haus aus kommt es mit diesen ganzen Google Dingen und man kann kein ‘offizielles’ Smartphone mit einer abgespeckten CyanogenMod Version ohne Google Dinge kaufen.

Wir haben also die Wahl zwischen Google und Apple. Und das war es dann auch schon. Ja, es gibt noch BlackBerry und Windows Phone und die 0,0003 Prozent anderer Dinge - aber über all die brauchen wir uns nun wirklich nicht zu unterhalten.

Das ist unterm Strich also genau so, wie das US Parteiensystem; Rot oder blau und im Endeffekt schenken die sich eh nichts.

Das Fire Phone verzichtet auf Google und kommt mit Nokias HERE und eigenem Store daher.

Und genau da liegt das Problem.

Wir sind es so dermaßen gewöhnt, was wir vermeintlich für umsonst von Google und Apple geboten bekommen, man kann es schon verwöhnt nennen.

Und wenn nicht mal Amazon dagegen anstinken kann, dann macht uns das etwas ganz deutlich.

Zumindest sollte uns das etwas deutlich machen.

Wir haben ein Problem. Eines, das wir lieber nicht sehen wollen und hinter doofem Geplänkel über Preise und Hardware verstecken.

Wir sind abhängig. Wir haben uns ausgeliefert. Und zwar zu so einem Grad, der es selbst einer Firma wie Amazon anscheinend unmöglich macht, auf Augenhöhe zu konkurrieren. Ach was, die können ja nicht mal auf Kniehöhe konkurrieren.

Ich träume täglich davon, eine Firma zu gründen, die in Deutschland hergestellte sichere und gute Hard- und Software herstellt; ein ‘deutsches’ System auf ‘deutscher’ Hardware - in Deutschland geschrieben und zusammengebaut.

Weil wir so etwas dringend brauchen.

Und es wird ein ewiger Traum bleiben. Weil wir keine Chance haben, weil wir den Anschluss so dermaßen verpasst haben.

Wir haben den beiden das Spielfeld so dermaßen überlassen, dass wir schon bei dem lauten Gedanken an die Farbe unserer möglichen Trikots ausgelacht würden; zu Recht.

Dieser überteuerte Einkaufswagen mit SIM Karte ist kein Flop - es ist ein elektronisches Mahnmal.

Zumindest sollten wir es als solches sehen …

Ein überteuerter Einkaufswagen mit SIM Karte

OK, ich gestehe: Ich habe eh keine Ahnung und verstehe alles falsch – aber selbst mit ganz großer Anstrengung kann ich nicht einen Grund finden, warum jemand 649 Dollar für einen Amazon Einkaufswagen mit SIM Karte zahlen sollte.

Also so wirklich ganz und gar und absolut keinen einzigen Grund …

Amazon Fire Webseite

Ein Leben ohne 24-Stunden-Lieferung

Ich müsste ja mal … aber …

Mit diesem Gedanken- und Argumentationskonstrukt sind wir alle nur allzu wohl vertraut; wir hangeln uns damit gerne mal durch den Tag und durch das Leben.

Ich müsste mal weniger essen … aber …
Ich müsste mal öfter das Rad nehmen … aber …
Ich müsste mal meine Arbeit erledigen … aber …

Und das sind ja nur die ganz kleinen, harmlosen Konstrukte.

Aber auch die führen mehr oder minder unweigerlich und automatisch in diesen Kreislauf aus schlechtem Gewissen, Schuldgefühlen, die gegen dieses immer kürzer anhaltenden Hoch, diese kleine sofortige Befriedigung zwischendurch anstinken; und andersherum.

Und wenn das schon bei einem selber stellenweise so schwer ist, wie schwer ist das dann erst, wenn es gar nicht um einen selber geht und man Schuld nur über drei Ecken fühlen muss, fühlen kann - das Ganze also nicht wirklich greifbar ist und somit Konsequenzen eher gedanklicher Natur und in weiter Ferne sind?

Ich müsste mal aufhören, Dinge zu kaufen, von denen ich ja eigentlich weiß, wie sie hergestellt werden … aber …

Ich müsste mal aufhören, Dinge bei Händlern zu bestellen, von denen ich ja eigentlich weiß, wie sie mit ihren Mitarbeitern, Konkurrenten, Lieferanten - also generell mit ihren Mitmenschen - umgehen … aber …

Aber es ist so bequem. Aber es ist so vermeintlich günstig. Aber der Umtausch. Aber die Garantie. Aber der Service.

Aber überhaupt …

Ich kenne diese Argumentationskette so gut von mir, ich kaufe sie mir immer wieder selber ab.

Fragt meine Waage oder die armen DHL und Hermes Menschen, die mir immer die ganzen bestellten Dinge liefern müssen.

Wenn man sich nur lange genug etwas einredet, man glaubt es sich irgendwann (fast) wirklich.

Unsere eigene Bequemlichkeit lässt uns in der Selbstverarschung äußerst kreativ und hartnäckig werden.

Und manchmal, da kommt es dann anders. Manchmal braucht man nur ein wenig Zufall und man stolpert über die eigene Bequemlichkeit.

Vor genau einem Jahr hat Amazon mir das Konto gesperrt, da eine Zahlung zurück gebucht wurde, ich die zugehörige Mail aus Bequemlichkeit nicht gelesen hatte und eh grundsätzlich zu faul bin, mich um Kontostände zu kümmern.

So Dinge passieren schon mal. Dann überweist man das halt, bestellt einfach weiter und gut ist.

War aber nicht gut. Ich, Prime-Kunde der ersten Stunde, der eine verdammte Menge über die Laufe der Jahre (bis fast Jahrzehnte) bestellt hat, in der Zeit genau zwei Dinge zurück geschickt hat und bei dem sonst immer, immer, immer alles fein brav abgebucht werden konnte, wurde - warum auch immer - abgestraft und mein Konto wurde und wurde einfach nicht wieder freigeschaltet.

Mir war es dann nach ein paar Telefonaten einfach zu blöd.

Das ist jetzt genau ein Jahr her. Und jetzt kommt der unglaubliche Part:

Ich lebe noch! Ich bin wohlbehalten. Ich hatte keinen Garantie/Support/Liefer/WasAuchImmer GAU in der Zeit. Auch bin ich nicht verarmt oder musste auf nur eine einzige Sache verzichten oder ewig auf sie warten.

Ein Leben ohne 24-Stunden-Lieferung, ein Leben ohne Amazon ist möglich. Und mit möglich meine ich nicht, dass es gerade so erträglich und unglaublich mühsam ist und nur die Verlockung, später als Gutmensch an der Himmelspforte bevorzugt behandelt zu werden, die ganzen Qualen irgendwie erträglich macht.

Ich spüre keinen Unterschied. Ich habe heute nur durch Zufall daran gedacht. Es gab nicht einen einzigen Tag, an dem ich hier saß und der Himmel eingestürzt ist, weil ich kein Amazon mit all seinen Verheißungen mehr hatte.

Ja, ein Leben ohne Kindle funktioniert genau so gut. Es grenzt schon fast an Magie, was wir seit Jahrhunderten als Ersatz für elektronische Bücher in unserem Besitz haben.

Manchmal muss der eigene erhobene Zeigefinger wohl nichts anderes sein, als ein Stinkefinger.

Es kommt halt nur auf die richtige Motivation an, um feststellen zu können, dass man gar nicht muss, wenn man kann.

Jetzt müsste ich nur noch das mit dem Rad, dem Essen und der Arbeit …

Menschen, euch kann man nicht mehr helfen

Diese ‘Diskussion’ um Uber und die lieben Taxis, die zeigt doch mal wieder so genial, dass uns Menschen wirklich nicht mehr zu helfen ist.

Uber, bzw. dessen Schattenmänner werden immer reicher, Taxifahrer verdienen immer weniger. Menschen, die von A nach B müssen freut es erst mal eine Weile, bis sie kapieren, was sie da angerichtet haben.

Oder eher nicht kapieren. Oder beim nächsten Ding - was wir schlauen Nutzer ‘verbessern’ - wieder vergessen haben.

In der Zeit sind die Ubermänner weiter gezogen und saugen die Nächsten aus und dann ist das Geschrei groß, wenn man nur noch weitaus schlechter und weitaus teurer nach B kommt.

Weil das genau das ist, was immer passiert, wenn man vom Geiz geblendet der ‘Marktwirtschaft’ freien Lauf lässt.

Das Geilste an dieser bescheuerten Logik und Argumentationskette ist genau das Selbe, wie im Netto zu stehen und sich zu beschweren, dass die armen Deppen, die sich für einen Hungerlohn fast alleine den Rücken in so einer Filiale krumm schuften, nach einem zehn Stunden Tag nicht mehr die freundlichsten Mitmenschen sein können.

Taxis sind zu teuer und dann sprechen die noch nicht mal richtig deutsch. Ich erwarte für die Hälfte, dass die alle Germanistik studiert haben; mindestens!

Das hatten wir hier mal. Vor Jahren. Und warum haben wir das nicht mehr?

Anstatt mal inne zuhalten und die Situation für alle zu verbessern, verlangen fast einstimmig alle Kommentatoren in sämtlichen Zeitungen und Foren, Taxis abzuschaffen, weil die Fahrer doch tatsächlich dem Geiz der Gäste entsprechen.

Aber wehe, mit genau so einer Logik wird die Vorratsdatenspeicherung begründet …

SimpleEdit mit Unterstützung für 10.10 und Swift im App Store aufgeschlagen

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Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass Apple rumzickt, da noch zu früh – aber dem ist komischerweise nicht so.

Somit ist ab sofort auch die Mac App Store Variante von SimpleEdit mit Unterstützung für Yosemite und Swift erhältlich.

Bitte denkt daran, dass beides noch komplett neu und fehleranfällig ist und Apple (hoffentlich) an beidem noch Änderungen vornimmt und ich auch erst ein paar Tage damit arbeiten konnte …

SimpleEdit Webseite
SimpleEdit herunterladen
SimpleEdit im Mac App Store

Über Apple, Swift und SimpleEdit

Apple hat am Montag eine neue Sprache für uns Entwickler vorgestellt, an der genau eine Person über drei Jahre ganz alleine geklöppelt hat und die erst seit knapp einem Jahr von Apple aktiv vorangetrieben wurde.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Es gibt ja Menschen, die behaupten, dass jeder Entwickler pro Jahr eine neue Sprache lernen soll.

Ich bin mir sicher, dass diese Menschen einen geregelten Job in einer sicheren Umgebung haben und garantiert nicht alles alleine machen und schon gar nicht Apps fertig und aktualisiert bekommen müssen.

Jedes Jahr bekommen wir (Mac Entwickler) tausende und abertausende Änderungen. Dazu kommen permanente Design-Eskapaden und pro Jahr propagiert Apple zu mindestens drei bis neun grundlegenden Änderungen, dass dies die Zukunft ist und wenn man dann endlich alles umgestellt hat, dann stellt Apple fest, dass es doch noch was Besseres gibt und man fängt wieder von vorne an.

Würde ich Alkohol mögen, ich wäre vermutlich ob der permanenten Änderungen, Neuerungen und jährlich obsoleten Oberflächen, Buttons und Icons wahrscheinlich nur noch am trinken.

Jetzt also kommt mal so im Nebenbei eine neue Sprache dazu, die dann entweder in drei Jahr doch nicht so der Renner war und wir bekommen Rocket-Penguin als das neue Non-Plus-Ultra präsentiert oder Objective-C wird auf ‘deprecated’ gesetzt.

Wie dem auch so, momentan ist mein Weinverbrauch doch gestiegen. Und ich mag Wein gar nicht so.

Wie bei allem, was mit Apple und Entwickeln zu tun hat, hat man immer genau eine Möglichkeit: Friss oder friss, denn sterben will man dann doch nicht.

Drum kann SimpleEdit ab sofort auch Swift, zumindest rudimentär und eher als experimentell und sportlich zu betrachten. Demnächst kriegt dann auch CocoaBox noch die Swift-Grundzüge beigebracht und ich muss mir überlegen, wo ich die ganzen Weinflaschen am sinnigsten horte.

Und dabei ist noch gar nicht geklärt, wann ich überhaupt die Zeit finden soll, den einkaufen zu gehen.

Bill muss komplett überarbeitet werden, um unter 10.10 gescheit zu funktionieren und auszusehen; dies gilt auch für Umsatz und von den ganzen anderen Apps will ich gar nicht reden.

Ach – und da ist ja auch noch die Kleinigkeit names iOS 8 mit seinen abertausenden kleinen Änderungen und der Tatsache, dass extra Knöpfe für die Tastatur (alle Markdown- und sonstige Schreibe-App Besitzer wissen, wovon ich rede) jetzt komplett für den Arsch sind und man sich vermutlich wirklich pro App komplett eigene Tastaturen klöppeln muss.

Das wird auch noch mal lustig. In diesem Sinne: Prost!

SimpleEdit Webseite
SimpleEdit herunterladen

Hand Hoch!

Hand hoch, wer jetzt, genau ein Jahr nach Snowden (ja, das wird mal eine Zeitrechnung, ich bin nur ein bis zwei Göbels der Zeit voraus), tatsächlich seine Emails verschlüsselt. Hand hoch, wer die Dropbox nicht mehr benutzt. Hand hoch, wer auf ‘sichere’ Anbieter und Dienste umgestiegen ist. Hand hoch, wer seine(n) Abgeordnete(n) angerufen hat. Hand hoch, wer sein Verhalten überhaupt geändert hat.

Ja, so dachte ich mir. Ihr zwei, dahinten, mit den Aluhelmen, ihr könnt die Hand jetzt wieder runter nehmen. Die tausende Anderen, die zerknirscht zugeben müssen, dass ihr immer schon recht hattet, die werden trotzdem nicht mit euch spielen oder auf ihre Bequemlichkeit verzichten.

So funktioniert das Spiel nicht …

Nur zur Erinnerung

Es ist schon erstaunlich, wie selbst die vermeintliche Fachpresse jedes Jahr aufs Neue vergisst, dass die WWDC eine Entwicklerkonferenz ist.

Drum noch mal in aller Deutlichkeit: Es geht in aller erster Linie um Software! Es geht um iOS 8 und OS 10.10.

Hardware, sprich: neues iPhone, neue Macs und den neuen Apple Kühlschrank – das spielt eine untergeordnete Rolle. Für die Dinge gibt es in aller Regel eigene Events.

Als Gag fände ich es ja ganz putzig – aber ich denke auch nicht, dass alle mit dicken fetten Kopfhörern auf dem Kopf auf der Bühne rumspringen werden.

Sollte Apple also tatsächlich ein ‘One more thing’ dieses mal auf der WWDC vorstellen, so würde ich das für bedenklicher halten, als das Fehlen solch eines Momentes …

Wenn rechts ziemlich weit unten hängt

Sonntags früh, wenn die meisten von euch noch friedlich schlafen und der Ollerum mich wieder aus dem Bett geschmissen hat und das Wetter schön ist, dann hole ich mein Opa-Auto aus der Garage und mache Ausflug.

Ausflug macht nur Spaß, wenn man kilometerweit keinem begegnet und man nicht permanent jemanden vor der Nase hat, der auch alleine auf der Welt zu sein scheint.

Um also alleine auf der Welt zu sein, und wenn es nur für ein paar Stunden an einem Sonntag Morgen ist, muss man allen anderen, die auch alleine auf der Welt sind, aus dem Weg gehen.

Dies gelingt relativ einfach, wenn man süd-östlich aus Berlin heraus fährt und sich immer Richtung Polen hält und dabei die kleineren Straßen durch die noch kleineren Dörfer einschlägt.

Letzten Sonntag habe ich es geschafft, eine komplette Stunde lang bei Sonnenaufgang keiner Menschenseele zu begegnen; dafür standen unzählige Rehe nebst Nachwuchs in der Gegend und auf der Fahrbahn rum.

Das war richtig schön.

Was dagegen nie so schön ist, ist die Tatsache, dass man, je weiter man Richtung Polen kommt, die NPD und Co Wahlplakate anfangen immer tiefer zu hängen.

In Berlin würde so ein Schild keine Minute überleben. Zwanzig Kilometer weiter draußen hängen die auf Augenhöhe für Wochen.

Vierzig Kilometer weiter draußen gibt es dann mehr von der Sorte als von allen anderen Parteien zusammen.

Lachen muss man, wenn sich doch da doch tatsächlich eines von der FDP zwischen den zerbröckelnden Häuser und aufgegebenen Geschäften verirrt hat.

Wenn man dann in Polen angekommen ist, dann werden die Straßen auf einmal wieder besser, in kleinen Dörfern gibt es immer mindestens einen geöffneten Lebensmittelladen und selbst das mobile Internet ist schneller - aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Zeitpunkt.

Zurück zu den fast am Boden kratzenden und zum großen Teil menschenverachtenden Plakaten, die unbehelligt in der Mitte eines Dorfes in Deutschland hängen können; in der Mitte so verdammt vieler Dörfer in Deutschland.

Ich war schon lange nicht mehr in Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Co - aber man kann wohl erahnen, was dort für Schilder hängen könnten - und seien sie auch nur die Bretter vor den Köpfen so mancher Dorf- und auch Stadtbewohner.

Und da gibt es tatsächlich noch Menschen, die sich wundern, warum die Europa Wahl so ausgegangen ist.

Jetzt wartet mal, bis die Schilder in diesem Land weiter vor dringen und auch in größeren Städten wieder immer weiter unten hängen können.

Die AfD hat in manchen Regionen bei uns zehn Prozent und mehr erreicht. Und das nicht nur (aber natürlich auch) kurz vor Polen.

Selbst unsere Merkel ist jedes noch so ärmliche Mittel lieb; wenn in trüben Gewässern gefischt werden muss, dann macht auch sie sich braun dreckig.

Und in dem Farbbereich haben Logik, Fakten, Zahlen und Anstand nichts verloren.

Nun ist es ein Einfaches den digitalen, voll gefressenen, überheblichen Zeigefinger am Schreibtisch einer 20-Euro-Kaltmiete-Wohnung zu erheben und sich anschließend zurück zu lehnen.

Ich habe leider keine Zahlen gefunden - aber ich wette, die allermeisten, die gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes waren, wohnen halbwegs gescheit, halbwegs mittig, halbwegs bezahlbar und fahren am Wochenende mit ihrem Auto dahin, um mal kurz etwas Sonne zu tanken und ungelenk auf den Rollerblades die anderen zu nerven.

Ja, das ist plump, das ist polemisch und dennoch wohl ziemlich nahe an der Realität und vor allem geht es um einen wichtigen Punkt:

Es gibt immer zwei Seiten und alles hängt zusammen.

Man hätte dort auch bezahlbare Wohnungen bauen können, so man das irgendwie in einen Volksentscheid gepackt hätte.

Als es darum ging, sich aus der Vattenfall-Klaue zu befreien, da waren die, die den Unterschied hätten machen können, nicht ‘betroffen’ genug.

Das folgende kann man jetzt missverstehen, so man denn will. Man muss es aber nicht. Es gilt aber genau so für andere Städte, Stadtteile und eben auch Länder.

Fahrt mal aus Mitte, dem Prenzlberg, Charlottenburg (der schöneren Ecke) heraus und stellt euch mal für ein paar Minuten im Wedding oder in Neukölln hin.

Die Menschen haben andere Sorgen als ich. Das kann man sehen, das kann man spüren, so man den will.

Das vergisst man nur so leicht und so schnell; daheim im Elfenbeintürmchen.

Und der Unterschied ist nicht harte Arbeit, Ehrgeiz, Faulheit oder was es da noch so an Schimpfworten gibt.

Der Unterschied ist ganz oft reines Glück und eben der Standort.

Auch das vergisst man so ganz schnell, wenn man Glück hatte und am richtigen Ort aufgewachsen ist und lebt.

Das führt dann dazu, dass man ein paar Kilometer hinter Berlin erst einmal geneigt ist, mit dem Kopf zu schütteln, ob der vielen (zu) tief hängenden rechten Plakate.

Automatisch; weil wir Menschen sind.

Nur die Plakate wurden auch nur von Menschen aufgehängt und andere Menschen lassen sie hängen.

Weniger Glück. Falscher Ort.

Nein, das ist natürlich keine Entschuldigung - aber eine Erklärung.

Und nein, ich habe keinen Zusammenhang zwischen diesen Orten, diesen Plakaten, Menschen und dem Wedding hergestellt und eine Verallgemeinerung getroffen; dies nur noch mal in aller Deutlichkeit.

Was ich allerdings deutlich machen wollte, ist die Tatsache, das ‘andere’ Orte oft nur ein paar Kilometer weit entfernt sein können.

Und das alles was wir tun Auswirkungen hat; Auswirkungen auf unsere Umgebung.

Ungläubig mit dem Kopf schüttelnd an Plakaten vorbei zu fahren dürfte nur nichts an ihnen ändern.

Notiz an mich selber: Sich eine Gotcha-Pistole für den nächsten Ausflug anzuschaffen mag zwar Spaß machen, helfen dürfte es auch eher wenig.

Sollte ich mich bis jetzt mit so mancher Aussage hier noch nicht unbeliebt genug gemacht haben, dann kann ich da jetzt noch einen drauf setzen:

Die Schuld an solch tief hängenden Plakaten und dem Ausgang der EU-Wahl, die Schuld tragen nicht die Personen, die die Plakate aufgehängt haben.

Die Schuld tragen wir, die wir die Plakate nicht direkt wieder herunter geholt haben und vor allem tragen wir die Schuld dafür, dass sie überhaupt erst aufgehängt wurden.

Wenn das einzige Lagerfeuer in 50 oder 100 Kilometer Umgebung, das du als Kind/Jugendlicher erlebt hast, mit ‘rechtem’ Gedankengut finanziert und organisiert wurde, dann hat das Auswirkungen.

Wenn das Glück nicht ganz so vorhanden und der Ort falsch, die Wut, die Ohnmacht und der Frust nur lange genug genährt wurden, dann ziehen irgendwann nur noch ganz simple Sprüche.

Es sind die ganz simplen Parolen, die dieses Mal überall in Europa ‘gewonnen’ haben und die Aussichten stehen schlecht, dass sich daran so schnell etwas ändert.

Und nicht die Menschen mit diesen Parolen müssen sich als erstes ändern.

Auch das vergessen ‘wir’ an unseren mit etwas mehr Glück behafteten Standorten - und den daraus für uns so selbstverständlich resultierenden Standpunkten - so gerne und so schnell.

Ja, so Dinge gehen einem durch den Kopf, während man an Bambis und NPD Plakaten der Sonne entgegen fährt. Vorbei an bröselnden Bushaltestellen, an denen Sonntags schon seit Jahren kein Bus mehr gehalten hat.

Sie sollten uns noch viel öfter durch den Kopf gehen …

Es ist so geil

Die wenigen, die überhaupt zur Europawahl gegangen sind, die kriegen jetzt zum Dank von Merkel noch mal direkt vorgeführt, welches Demokratieunverständnis sie besitzt; und das ist die nette Formulierung und zeitgleich zeigt der BND uns allen, wie sehr es ihm Arsch vorbei geht, was die letzten Monate so alles passiert ist, frei nach dem Motto:

Aber die NSA hat viel tollere Schäufelchen um den Rest an Freiheit und Privatsphäre zu untergraben, die wollen wir auch haben.

Und was wollen wir wetten, dass die das natürlich auch alles fein brav abgenickt bekommen?

Genau, die Wette ist genau so sicher, wie die nächsten Millionen und Abermillionen an Stimmen für die CDU.

Wer bis heute nicht verstanden hat, wo der Spruch “Jedes Volk bekommt genau die Regierung, die es verdient” herkommt, der kennt Deutschland wohl nicht wirklich …

BND will Echtzeit-Überwachung sozialer Netzwerke